Baurecht für neue Kläranlage ist geschaffen

Es war eine schöner Tag für alle Beteiligten, als kurz vor Weihnachten die Genehmigungsbescheide für die zentrale Abwasserbeseitigungsanlage Nahetal vom Präsident der SGD, Hans-Jürgen Seimetz (2.v.r.), an Bürgermeister Manfred Scherer (r), Oberbürgermeister Thomas Feser (l), und Rika Glöde übergeben wurden. Foto: Edgar Daudistel

SGD überreicht Genehmigungsbescheide / Inbetriebnahme im Jahre 2021

Grolsheim (dd). Es war eine schöne Bescherung. Fünf Tage vor Weihnachten wurde der Genehmigungsbescheid von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) zur Zentralisierung der Abwasserbeseitigung überreicht. Damit wird Baurecht geschaffen und die Bauarbeiten an der Kläranlage „Unterer Wiesbach“ in Grolsheim können nun beginnen. Geplant ist der erste Spatenstich für die zweite Jahreshälfte im kommenden Jahr. Das erste Abwasser wird voraussichtlich im Jahre 2021 in der neuen zentralen Abwasserbeseitigungsanlage Nahetal gereinigt.

Das Abwasser aus der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen, aus Biebelsheim und den Binger Stadtteilen Sponsheim und Dromersheim wird in zwei Kläranlagen gereinigt. Einmal in der Kläranlage Mittlerer Wiesbach in Welgesheim und in der Kläranlage Unterer Wiesbach in Grolsheim. Beide Anlagen sind in die Jahre gekommen und haben durch Bevölkerungszuwachs und Gewerbeflächen ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Es muss nachgerüstet werden. Vor vier Jahren fiel die Entscheidung, das Abwasser zentral zu reinigen. „Es war eine kluge Entscheidung der zuständigen Gremien“, freut sich Bürgermeister Manfred Scherer. Einige Hemmnisse musste auf dem Weg dorthin überwunden werden. Klammmolch und Zauneidechsen machen es erforderlich, dass die Anlagentechnik zur Abwasserreinigung auf ein benachbartes Grundstück verlegt wurde.

Es sei das anspruchsvollste Projekt der vergangen Jahre für die SGD lobte deren Präsident Prof. Dr. Hans-Jürgen Seimetz bei der Übergabe der Genehmigungsbescheide die Zentralisierung der Abwasserbeseitigung. Eine rund sieben Kilometer lange Druckleitung verbindet die beiden Kläranlagen. Die beachtliche Summe von 19,5 Millionen Euro muss dafür in die Hände genommen werden. Rund 16 Millionen Euro davon fallen auf die Verbandsgemeinde. 50 Prozent werden als Zuschuss vom Land erwartet. Den Rest tragen die Städte Bingen und Bad Kreuznach. „Die neue Kläranlage wird Modellcharakter für andere Kommunen sein“, ist sich Seimetz sicher. Schon immer sei die Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen Vorreiter in Sachen Abwasserreinigung gewesen. Auch die Stadt Bingen „freut sich über die tolle Bescherung“, so Oberbürgermeister Thomas Feser. Trage sie doch auch rund 20 Prozent der Kosten mit. Bei der kleinen Feierstunde in der Kläranlage Unterer Wiesbach, die nunmehr unter dem Namen Abwasserbeseitigungsanlage Nahetal firmiert, stellte das Stadtoberhaupt auch die guten partnerschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Gebietskörperschaften heraus.

Mit dem Genehmigungsbescheid wurde Baurecht geschaffen. Die Kläranlage in Grolsheim wird zur Zentralkläranlage mit einem Anschlusswert von 35.000 EW ausgebaut. Die Kläranlage in Welgesheim wird stillgelegt. Einzig wird die mechanische Vorreinigung beibehalten und eine Pumpstation errichtet. Eine Druckleitung von fast sieben Kilometer verbindet die beiden Anlagen.