Erweiterung des Gesundheitsamtes in Bingen

Konzentration auf Kreisstadt ist für Oberbürgermeister Thomas Feser bedenklich

Bingen (red)- „Eine weitere Konzentration der Standorte der Ämter der Kreisverwaltung auf die Kreisstadt halte ich persönlich nicht für ausgewogen und plädiere daher dafür, die anstehende Erweiterung des Gesundheitsamtes am Standort Bingen durchzuführen,“ wirbt Oberbürgermeister Thomas Feser bei der Landrätin des Landkreises Mainz-Bingen, Dorothea Schäfer.

Als Kreistagsmitglied hat er parteiübergreifend gemeinsam mit den Binger Kreistagsmitglieder Kornelia Choquet, Monika Göttler, Elisabeth Gräff, Sebastian Ha-mann, Michael Stein, Dagmar Waldherr und Emanuel-Rouven Winter in einem Schreiben an Schäfer die Stadt Bingen als möglichen Standort für die Erweiterung des Gesundheitsamtes des Landkreises ins Spiel gebracht. In dem von allen ge-nannten Kreistagsmitgliedern unterzeichneten Schreiben geben sie ihrer

Überzeugung Ausdruck, „dass unsere Stadt, in der lange Jahre das Gesundheitsamt des Kreises untergebracht war, sich geradezu als Standort für die Erweiterung anbietet“.

Wenn auch die Stadt selbst unmittelbar kein Gebäude bzw. Grundstücke, anbieten könne, so seien doch mittelbar einige Flächen in der Innenstadt geeignet für die Unterbringung des Gesundheitsamtes. Als konkrete Beispiele benannten die Unter-zeichner das Anwesen Mainzer Straße 6, die Freifläche angrenzend an das Ämterhaus in der Rochusallee 2 oder eine Verwirklichung im Rahmen des 3. Bauabschnittes der Gartenstadt unmittelbar am Rheinufer.

Aus Sicht der Binger Kreistagsmitglieder erlebe die Stadt seit dem Ausbau des City-Center-Bingen im Zentrum der Fußgängerzone eine konstante Immobilienentwicklung durch Bauträger im Stadtzentrum. Mit den Entwicklern stehe man in Kontakt und könnte sich daher auch eine dahingehende Realisierung der Erweiterung des Gesundheitsamtes in einem ihrer Objekte vorstellen. „Wir sind in Bingen so gut aufgestellt, dass wir sicher eine realistische Möglichkeit mit den Kreisverantwortlichen entwickeln können“, gibt sich Oberbürgermeister Thomas Feser selbstbewusst, optimistisch. Eine Einladung dazu an den für die Bereiche Gesundheits- und Veterinärwesen sowie Landwirtschaft zuständigen Dezernenten, Burkhard Müller, nach Bingen zu kommen, um ihm die angeführten Grundstücke bzw. Objekte näher zu bringen, wurde entsprechend formuliert. Dabei will man in vertiefenden Gesprächen über die Vorschläge detailliert die Möglichkeiten der einzelnen benannten Objekte ausloten.

Als ehemalige Kreisstadt und vor dem Hintergrund der Wahrung des Proporzes im Landkreis Mainz Bingen sind die Unterzeichner überzeugt, dass eine Unterbringung der Kreisbehörde diesem ein Stück weit Rechnung tragen würde. Nach dem Abzug von Forstamt, Katasteramt und nicht zuletzt dem Gesundheitsamt würde dies einen gewissen Ausgleich des „Behördenverlustes“ in Bingen darstellen.