Potenzialanalyse an der IGS

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Der erste Schritt auf dem Weg in den Beruf

Sprendlingen (red). Was kann ich eigentlich? Welche Fähigkeiten und Talente habe ich? Was macht mir wirklich Spaß? Für die spätere Berufswahl können solche Erkenntnisse den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen und manchmal zu echten Überraschungen führen.

Die Fortbildungsakademie der Wirtschaft führt in den Arbeitsagenturbezirken Bad Kreuznach und Mainz an verschiedenen Schulen – auch der IGS Gerhard Ertl in Sprendlingen - im Auftrag des Bundesinstitutes für Berufsbildung sogenannte Potenzialanalysen durch. Darüber hinaus stellt sie an diesen Schulen auch die Berufseinstiegsbegleitung, die ausgewählte Schüler in der Berufsorientierung unterstützen. „Die Potentialanalyse hat sich als wichtiges Standbein unseres Berufsorientierungsprogrammes etabliert, das die Schüler innerhalb und außerhalb des Unterrichts von der 7. bis zur 10. Klasse begleitet und von den Schülerinnen und Schülern sehr gut angenommen wird“, betont Gitta Heide, Stufenleiterin 9/10 und verantwortlich für die Berufsorientierung an der IGS Gerhard Ertl.

Bei einer solchen Potentialanalyse können Schüler wie auch ihre Eltern erkennen, für welche Berufsfelder sich die Jugendlichen eignen. Stärken und Schwächen werden analysiert und mit den Schülern und ihren Eltern besprochen. Die Testergebnisse können manchmal ganz neue Berufswege aufzeichnen. Die Schüler bearbeiten bei der Potenzialanalyse in ihrer Schule - unter Federführung eines externen Bildungsträgers - unterschiedliche Aufgaben. Diese zielen auf Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Motivation, Verantwortung oder Tempo ab. Am Ende werden die Ergebnisse in einer Bewertung zusammengefasst. „Hier ist wichtig, dass sie positiv und auf die Stärken konzentriert formuliert sind“, kommentiert Stephanie Engelsmann, von der Berufseinstiegsbegleitung. Die abgefragten Schlüsselqualifikationen wie Problemlösefähigkeiten, Kreativität, technisches Verständnis, Leistungsbereitschaft, zählen ebenso wie die kognitiven Voraussetzungen und Interessenslagen für die spätere Berufswahl. „Es gehe noch nicht um die Frage, welcher konkrete Beruf zu einem Schüler passt, sondern um seine persönlichen Stärken und Schwächen“, so Sonja Eske, zuständige Koordinatorin für die Potenzialanalyse der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW).

Die Potentialanalyse umfasst neben Vor- und Nachbereitung und der zweitägigen Durchführung auch die Erstellung des Berichts, der persönlich besprochen und übergeben wird. „Das ist mein Kind wie ich es kenne!“, melden Eltern bei den Gesprächen zurück“, berichtet Stephanie Engelsmann. „Viele waren erstaunt, dass die Berichte so treffend das Wesen ihrer Kinder wiedergaben und viele waren stolz auf ihre Kinder. Also alles in allem: Eine gute Sache“, so Engelsmann.

Bundesweit soll die Potentialanalyse – je nach Bundesland wird sie auch Kompetenzfeststellung genannt - durch Pädagoginnen und Pädagogen unterschiedlicher Bildungsträger an Schulen durchgeführt werden. Im Rahmen der flächendeckenden Einführung in Rheinland-Pfalz ist jedoch geplant, die Lehrkräfte zur Durchführung der Potenzialanalyse zu schulen.