Queenie-Tour durch Rheinhessen

Sie bewerben sich um das Amt der rheinhessischen Weinkönigin: (vlnr) Rebecca Stephan, Jennifer Henn, Laura Lahm, Marie-Charlott Stöhr. Foto: Edgar Daudistel

Angehende rheinhessische Weinköniginnen informieren sich im Weingut Riffel

Region (dd). Gut zuhören und sich viel merken war bei der „Queenie-Tour“ durch Rheinhessen notwendig. Vier angehenden Weinmajestäten reisten einen Tag lang durch Rheinhessen um sich auf ihren großen Tag, die Wahl zur rheinhessischen Weinkönigin, vorzubereiten. Denn was sie an dem Tag erfuhren, wird auch von der Jury stichwortweise abgefragt. So machten die jungen Damen auch Station in Büdesheim, im Weingut Riffel. Hier standen die Themen Herkunftssystem, Ökoweinbau sowie Riesling und Silvaner auf der Tagesordnung.

Das Ökoweingut bewirtschaftet 15 Hektar Rebfläche. Es entwickelt sich von einem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb mit zwei Hektar Reben, Kühen und Schweinen und Getreideanbau zu einem Spitzenweingut. 70 Prozent der Ernte wird an Privatkunden vermarktet, stellt Erik Riffel seinen Betrieb den jungen Frauen vor. Der Rest geht an den Fachhandel. Trauben werden, um den Bedarf an Wein zu decken, zugekauft. In der Binger Toplage Scharlachberg wird hauptsächlich Riesling angebaut. „Ein Wein, der auch im Ausland im Fokus steht“, erinnert Riffel an die Schwierigkeiten, noch vor 20 Jahren im Ausland mit deutschem Wein Fuß zu fassen. Sein Ziel ist, mit dem Riesling und auch Silvaner in der Topliga mitzuspielen. Abgerückt ist das Ökoweingut von den Qualitätsstufenbezeichnungen zur Qualitätspyramide. Unten die Gutsweine, dann die Ortsweine und ganz oben der Lagenwein, bei Riffel auch Reserve genannt. Viele Arbeiten im Betrieb richten sich nach dem Mond. „Was meine Großmutter schon wusste und machte, kann nicht falsch gewesen sein“, so Riffel. Eine besondere Spezialität gibt es im Büdesheimer Weingut. Der Orange-Wine. Es ist ein Silvaner, der im Barriquefass ausgebaut wurde. Die Trauben wurden von Hand entrappt und 14 Tage auf der Maische vergoren. Dadurch werden die hochreifen Beerenhaut-Tannine ausgelaugt. Ein Wein mit intensivem Körper, gepaart mit Eichenholztanninen.

Neben der Vorbereitungstour durch Rheinhessen haben die angehenden Weinmajestäten, die den Rheinhessenwein im In- und Ausland bei rund 400 Veranstaltungen repräsentieren, ein Rhetorikseminar und Farb-, Typ- und Stilberatung durchlaufen. Eine sensorische Schulung steht noch auf dem Programm, um am 17. September im Rheintal-Kongresszentrum gewappnet zu sein.

Um die Krone bewirbt sich Jennifer Henn aus Tiefenthal. Erfahrung hat sie bereits als Weinkönigin in der VG Bad Kreuznach gesammelt und die Liebe zum Wein entdeckt. Im August beginnt sie eine Ausbildung als Weintechnologin. Die 24-jährige Laura Lahm aus Ensheim hat im Anschluss an die Ausbildung zur staatlich anerkannten Sozialassistentin eine Winzerlehre absolviert. Auch sie bildet sich noch weiter und beginnt eine Ausbildung zur Weinbautechnikerin. Rebecca Stephan aus Alzey-Weinheim war Weinkönigin in der Stadt Alzey. Den Beruf als Veranstaltungskauffrau hat sie erlernt und studiert seit Februar Betriebswirtschaftslehre.  Die vierte im Bunde, Marie-Charlott Stöhr kommt als Alzey-Heimersheim und ist amtierende Weinkönigin der Stadt Alzey. Nach dem Fachabitur absolvierte sie das Studium für internationale Betriebs- und Außenwirtschaft.

Die Wahl zur rheinhessischen Weinkönigin findet am Samstag, 17. September, 19 Uhr, im Rheintal Kongresszentrum Bingen statt.