Whatsapp und Skype als Kommunikationsmittel im Notfall

Neue Medien helfen Leben zu retten

Region (red). Schlaganfall, Herzinfarkt, Unfall – im Notfall müssen Arzt und Sanitäter schnell alarmiert und vor Ort sein. Der Rettungsleitstelle in Mainz, vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) im Auftrag der Rettungsdienstbehörde Mainz-Bingen betrieben, stehen für die Kommunikation im Notfall nun auch Skype und Whatsapp zur Verfügung. Dabei geht es jedoch nicht ums Chatten und den Austausch von lustigen Katzenvideos, sondern um lebenswichtige Informationen im Notfall: Wo ist der Patient genau, wie geht es ihm, welche Hilfe benötigt er konkret?

„Der Normalfall ist, dass ein Helfer, oft ein Familienmitglied, den Rettungsdienst alarmiert. Um die richtigen Rettungsmittel schnell zum Patienten zu bekommen, müssen wir möglichst präzise wissen, wo er sich aufhält und wie es ihm genau geht“, erklärt Dr. Guido Scherer, ärztlicher Leiter Rettungsdienst bei der Kreisverwaltung Mainz-Bingen. Ist die genaue Position eines Patienten nach einem telefonischen Notruf noch unklar, kann der Helfer vor Ort nun per Whatsapp den genauen Standort an die Leitstelle senden. Die Leitstelle kann den Rettungswagen somit schnellstmöglich und ohne Suchen der Adresse direkt an den Unglücksort leiten.

Anweisungen zur Ersten Hilfe per Videoschaltung

Auch der Einsatz von Skype kann bei der Notfallversorgung unschätzbare Dienste leisten. Bisher konnte der Mitarbeiter der Leitstelle per Telefon Anweisungen an die Person geben, die den Notruf abgesetzt hat – beispielsweise für eine Herz-Lungen-Wiederbelebung des Notfallopfers. Nun geht dies auch per Videoschaltung. „Die Leitstellenmitarbeiter sind sehr gut ausgebildete und erfahrene Notfallsanitäter. Sie können wertvolle Hilfestellungen geben, um die Überlebenschancen des Patienten zu erhöhen. Die Videofunktion sichert eine noch bessere Unterstützung für den Ersthelfer vor Ort und wertvolle Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte“, so Dr. Guido Scherer. Ein weiterer Vorteil: Das Leitstellenpersonal kann sich selbst ein Bild der Notfallsituation machen und noch gezielter Hilfe leisten.

So innovativ diese neuen Methoden auch sind – die Mainzer Leitstelle ist wohl bundesweit die erste, die diese Techniken für diesen Zweck einsetzt – sie sind nur der Anfang einer Entwicklung hin zu einer immer aufwendigeren Rettungs- und Hilfetechnik. Vor allem: Sie können den Ersthelfer vor Ort in keiner Weise ersetzen. „Jeder kann helfen, dazu muss man kein ausgebildeter Notfallsanitäter oder Arzt sein. Das Absetzen eines präzisen Notrufs und schon einfache Handgriffe können ausreichen“, so Dr. Guido Scherer. Man könne in einem Notfall eigentlich nur dann etwas falsch machen, wenn man nichts tue.