50 Jahre Kläranlage und Spatenstich für moderne Abwasserbeseitigung

Mit dem symbolischen Spatenstich erfolgt der Start zum Bau einer modernen Abwasserbeseitigungsanlage in der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen. Foto: E. Daudistel

Neue Anlage geht 2021 in Betrieb / Vor 50 Jahren Hinterlassenschaften in Gruben gesammelt

Sprendlingen-Gensingen (dd): Gleich zwei Ereignisse galt es zu feiern. Zu einem das goldene Jubiläum der Kläranlage Unterer Wiesbach und gleichzeitig den Spatenstich zum Neubau der zentralen Abwasserbeseitigungsanlage Nahetal. Bürgermeister Manfred Scherer schaute in seiner Begrüßung auf die Anfänge der Kläranlage zurück. Für damalige Verhältnisse, im Jahr 1961, was Besonderes. Nur wenige Gemeinden, insbesondre die Städte, sammelten das Abwasser und führten es einer Reinigung zu. Vor 50 Jahren wurden die Hinterlassenschaften aus den Toiletten in Gruben gesammelt und auf die Felder ausgebracht. Kleine Gemeinden konnten sich das Klären der Abwässer finanziell nicht leisten. Der damalige Grolsheimer Bürgermeister Karl-Heinz Hahn ist der Vater der Kläranlage, die gemeinsam mit den Gemeinden Gensingen, Horrweiler, Aspisheim, Dromersheim, Sponsheim und Grolsheim direkt an der Gemarkungsgrenze zu Sponsheim errichtet wurde. Sie stieß nicht überall auf Gegenliebe. Sponsheim befürchtete starke Geruchsbelästigungen. „Die Zustimmung des jetzigen Binger Stadtteils wurde mit einer einmaligen Zahlung erkauft“, so Scherer. Sechs Jahre nach der ersten Idee war es dann so weit. Verbindungssammler wurden gebaut, die Kläranlage ging in Betrieb. 12,5 Millionen DM hatte sie gekostet. Fördermittel aus Bund und Land entlasteten die Bürger, die durch ihre Gebühren die Anlage, wie auch heute noch, finanziert.

Nachdem die Kläranlage in die Jahre gekommen ist und das Reinigen der Abwässer nicht mehr dem heutigen Standard entspricht, ist ein Neubau erforderlich. Manfred Scherer freut sich, dass „hier eine Anlage entsteht, die nach den neusten technischen Möglichkeiten das Abwasser reinigt. Es ist eine richtige und wichtige Investition in die Zukunft“. Zwanzig Millionen Euro kostet der Neubau, in dem in Zukunft die Abwässer aus der gesamten Verbandsgemeinde und den Binger Stadtteilen Sponsheim und Dromersheim gereinigt werden. Die Abwässer aus der Anlage in Welgesheim werden durch Rohrleitungen nach Grolsheim geleitet. Die Abwasserbeseitigung sei Aufgabe der Kommunen, stellte Erwin Manz vom zuständigen Ministerium in den Vordergrund. „Ein gereinigtes Abwasser trägt mit zur Erhaltung und dem Artenvielfalt der Gewässer bei.“ Waren es vor 50 Jahren nur 15 Prozent der rheinlandpfälzischen Bevölkerung die an eine Kläranlage angeschlossen waren, so wird heute das Abwasser flächendeckend gereinigt in die Gewässer geleitet. „Wichtig dabei ist, das die Gebührensituation im Auge behalten wird und die Belastungen für die Bürger nicht ins Unermessliche steigen“, so Manz. Der Bau der Kläranlage vor 50 Jahren ist für den Binger Oberbürgermeister Thomas Feser ein Paradebeispiel und eine erfolgreiche Kooperation über Gemeindegrenzen hinweg.

In den nächsten Wochen soll Baubeginn sein. Wenn alles nach Plan verläuft, wird 2021 die neue Anlage in Betrieb gehen.

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