Europa mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken

Großen Zuspruch fand der Europatag in der Kreisverwaltung. Foto: E. Daudistel

Schülerinnen im Dialog mit Europaabgeordneten Birgit Collin-Langen

Region (dd). Mit der Europahymne wurde in der Kreisverwaltung der Europatag eröffnet. „Der Kern in Europa ist das Zusammenleben der Völker“, formulierte Landrätin Dorothea Schäfer, „in einem Land der offenen Grenzen, das aber oft schlecht geredet wird.“ Organisiert wurde die Veranstaltung von der Partnerschaftsbeauftragten Ricarda Kerl, der ob des guten Besuches, die Freude ins Gesicht geschrieben war. Neben Dorothea Schäfer trat die Europaabgeordnete Birgit Collin-Langen mit Schülerinnen und Vertretern von Partnerschaftsvereinen in einen Dialog. Fragen nach den Chancen und Möglichkeiten, die Europa jedem einzelnen bietet, wurden erörtert. Birgit Collin-Langen unterstrich, dass seit 70 Jahren Friede in Europa herrsche. „Die Friedenswirkung, die von Europa ausgeht, wird zu wenig beachtet.“ Ohne die EU, die ihren Ursprung in der Montanunion habe, würde Europa nicht wahrgenommen. 550 Millionen Menschen leben in den 28 Mitgliedsstaaten. An der Idee Europa solle festgehalten werden. Einiges werde von der EU entschieden, „doch um vieles sollen sich die einzelnen Staaten selbst kümmern“, so die Europaabgeordnete. Wichtig für die Landrätin ist, dass die Jugend europäisch denkt „und das ist gut für die Zukunft Europas.“ Partnerschaften mit Kreisen und Kommunen liegt Dorothea Schäfer am Herzen. Der Kreis Mainz-Bingen pflege Beziehungen mit Italien, Frankreich und Polen.

Schülerinnen aus drei Schulen, der Hildegartisschule aus Bingen, der Christian-Erbach Realschule plus aus Gau-Algesheim und der IGS Nieder-Olm, hatten Fragen vorbereitet. Thema waren naturgemäß der Schüleraustausch, Klassenfahrten und die Frage nach zusätzlichen Fremdsprachen wie Spanisch oder Italienisch, die nur in wenigen Schulen als zweite oder dritte Sprache angeboten würden. Klassenfahrten würden nur bezuschusst, wenn sie mit einem Projekt verknüpft sind, informierte Birgit Collin-Langen. Aber auch die Frage zur Jugendarbeitslosigkeit, gerade in den südlichen Ländern, wurde gestellt. Collin-Langen stellte dar, dass die soziale Säule in der europäischen Gemeinschaft fehle. Der Grundstein dazu werde gerade gelegt. Ein einheitliches Bildungssystem sei keine Option. Spanien würde im Moment auf die Duale Ausbildung aufspringen, die in Deutschland Standard sei.

Europa müsse mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. Der ehemalige Ingelheimer Oberbürgermeister Dr. Joachim Gerhard, erinnerte daran, was die Nationalstaaten in der Vergangenheit angerichtet haben. „Wir müssen mehr über den Frieden, der von Europa ausgeht, reden und nicht über krumme Bananen.“ Die Vorsitzende des Freundschaftskreises Bingen-Anamur bemängelt die große Bürokratie. „Viele Seiten Papier müssen ausgefüllt werden, damit es Zuschüsse gibt.“ Aber dafür gibt es zukünftig Hilfe von der Kreisverwaltung, durch die Partnerschaftsbeauftragten Ricarda Kerl.

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