Helfer sind tabu

Landtagspräsident Hendrik Hering (3. Von rechts), Innenminister Roger Lewentz (links) und Landtagsabgeordnete Nina Kinkel (rechts) informierten sich über den Verein „Helfer sind tabu“ mit dem Vorsitzenden Sr. Stefan Cludius (4. Von rechts) an der Spitze. Foto: Helfer sind tabu e.V.. Foto: Kreisverwaltung

Kultur der gegenseitigen Anerkennung und Wertschätzung fördern

Region (red). In der Lobby der Steinhalle des Landesmuseums präsentierte sich der Verein „HELFER sind TABU! e.V.“ anlässlich einer Sitzung des Mainzer  Landtags. Landtagspräsident Hendrik Hering und der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz eröffneten den Stand des Vereins gemeinsam mit Mitgliedern des Vorstands und des Beirats.

„Wir haben in vielen Gesprächen mit Abgeordneten und Ministern unser Anliegen erläutert und dafür viel Interesse, Zuspruch und Bestärkung erfahren. Mit unserer Botschaft sind wir auf offene Ohren gestoßen und konnten Kontakte knüpfen, die mithelfen werden, die vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hilfsdienste, Feuerwehr und Polizei bei ihrer wichtigen Aufgabe zu unterstützen und zu schützen“, zogen Dr. Stefan Cludius, Jörg Steinheimer, Johannes König und Dirk Corneli vom Vorstand von „Helfer sind tabu e.V.“ eine positive Bilanz des Auftritts im Landtag. Auch das Mitglied des Beirats, der Mainzer Polizeipräsident Reiner Hamm repräsentierte den Verein.

„Der Verein Helfer sind tabu! e.V. trägt mit seinen Initiativen maßgeblich dazu bei, eine Kultur der gegenseitigen Anerkennung und Wertschätzung zu fördern. Dieses organisationsübergreifende Bündnis hilft damit ein Bewusstsein zu schaffen für den hohen gesellschaftlichen Wert der Arbeit von Rettungs- und Einsatzkräften und jedwede Form der Gewalt gegen diese zu ächten“, so Landtagspräsident Hendrik Hering. Innenminister Roger Lewentz: „Helfer sind tabu: Diese Mahnung muss eigentlich eine Selbstverständlichkeit für jedermann sein. Wer selber schon einmal auf Hilfe angewiesen war, kann nur noch mit absolutem Unverständnis reagieren, wenn er von den zunehmenden Übergriffen auf Angehörige von Rettungsdienst, Polizei oder Feuerwehr hört. Hier ist jeder gefordert, Flagge für die Helfer zu zeigen.“

Den Kontakt zum Landtag hatte die Heidesheimer Landtagsabgeordnete Nina Klinkel (SPD) geknüpft, selbst eines der ersten „zivilen“ Mitglieder des Vereins. Der Verein wurde von der Rettungsdienstbehörde des Landkreises Mainz-Bingen, der Feuerwehr in der Stadt Mainz sowie der Hilfsorganisationen DRK, ASB, Malteser, Johanniter und Rettungsdienst Corneli gegründet. Erstmals haben sich damit verschiedene Dienste und Institutionen organisationsübergreifend zusammengeschlossen, um in einer gemeinsamen Initiative den Schutz von Helferinnen und Helfern sicher zu stellen.

Der Verein finanziert die Schulung von Helferinnen und Helfern als Multiplikatoren, die gezielt und fachspezifisch in Deeskalation- und Präventionstechniken ausgebildet werden. Ihr Wissen geben sie in ihren Organisationen an ihre Kolleginnen und Kollegen weiter.  Daneben wurde ein einheitliches Tool zur erstmalig dienstübergreifenden Erfassung von Gewaltvorfällen entwickelt, das die gesellschaftliche und wissenschaftliche Diskussion über Gewalt gegen Helfer mit Zahlen und Fakten unterstützen sowie Vorfälle direkt zur Anzeige bringen soll. Ein weiteres großes Arbeitsfeld ist die Öffentlichkeitsarbeit, mit der auf die steigenden Fallzahlen aufmerksam gemacht und zu einer gesellschaftlichen Ächtung von Gewalt gegen Helferinnen und Helfern hingearbeitet werden soll.

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