In Mainz-Bingen lässt es sich gut leben

Studie: Kreis landet auf Platz 40 von 401 Städten und Gemeinden

Region (red). In Mainz-Bingen lässt es sich gut leben. Wer hier wohnt, arbeitet, Urlaub macht, weiß das schon lange. Bestätigt wird dieses Gefühl jetzt durch die große Deutschland-Studie „Wo lebt es sich am besten?“. Die Prognos AG hat im Auftrag des ZDF die Lebensbedingungen in 401 Städten und Landkreisen untersucht. Erfreuliches Ergebnis: Mainz-Bingen liegt insgesamt auf Platz 40 und damit deutlich im vorderen Viertel. Unter den rheinland-pfälzischen Städten und Kreisen belegt der Kreis sogar Rang drei. Landrätin Dorothea Schäfer freut‘s: „Dies zeigt einerseits, dass wir hier in einem wirklich attraktiven Landstrich leben und bei den Rahmenbedingungen für die Menschen vieles richtig gemacht haben. Andererseits offenbart die Studie aber auch einige Punkte, an denen es noch Entwicklungspotenzial gibt“, sagte Landrätin Dorothea Schäfer.

Untersucht wurden 53 verschiedene Parameter, die in drei Kategorien unterteilt wurden: Arbeit und Wohnen, Freizeit und Natur, Gesundheit und Sicherheit. Besonders erfreulich ist dabei der Blick auf die Kategorie Arbeit und Wohnen, in der Mainz-Bingen auf Platz vier landete: „Wir sind ein prosperierender Landkreis, mit vielen Gewerbegebieten in den Kommunen, vielen Arbeitsplätzen und einer niedrigen Arbeitslosigkeit. Dabei profitieren wir natürlich von der Lage im Rhein-Main-Gebiet. Die Menschen zieht es zu uns“, sagte die Landrätin. Während der Kreis bei den Themen Kaufkraft und  Bevölkerungsdynamik sehr gut abschneidet, drücken die hohen Immobilien- und Mietpreise den Schnitt: „Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck an dem Ziel, die  Kommunen besser dabei zu unterstützen, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“

Negativ ist die Pendlerstatistik, mehr Menschen pendeln  aus dem Kreis zur Arbeit als von außen in den Landkreis einpendeln - mit einem solch großen Arbeitgeber wie dem Flughafen Frankfurt vor der Haustür kein Wunder. Die Landrätin möchte aber dennoch ein stärkeres Augenmerk auf die Wirtschaftsförderung legen und diesen Bereich ausbauen, damit Mainz-Bingen künftig noch attraktiver für Unternehmen und damit Arbeitgeber wird. 

In Sachen Gleichstellung ist der Kreis laut der Studie auf einem guten Weg: Beim Punkt „Geschlechterspezifische Einkommensdifferenz“ liegt Mainz-Bingen immerhin auf Platz 70. Beim  Frauenanteil in kommunalpolitischen Gremien steht sogar Platz 9 zu Buche: „Das ist ermutigend. Aber dennoch liegt hier noch viel Arbeit vor uns“, sagte Dorothea Schäfer.

Im nächsten Themenblock Gesundheit und Sicherheit ist der Landkreis auf Rang 95. Die Lebenserwartung von Frauen und Männern liegt jeweils leicht über dem Durchschnitt, die Kinder- und Altersarmut deutlich darunter. Der Anteil der Pflegebedürftigen an der Bevölkerung ist der Studie zur Folge vergleichsweise niedrig und die Anzahl der schweren Verkehrsunfälle geringer als deutschlandweit – hier belegt der Kreis Platz 11 in der Statistik. Problematisch sind in diesem Themenblock vor allem der Feinstaub (Platz 272) und die Stickoxid-Jahresmittelwerte (Platz 349): „Wir arbeiten an einem Verkehrskonzept für die ganze Region, in dem sowohl der Individualverkehr und seine Notwendigkeiten beleuchtet wird als auch der ÖPNV, der ausgebaut und attraktiver werden muss“, sagt die Landrätin, die hier dringenden Bedarf sieht und das Land sowie den Bund mit ins Boot holen will.

Die schlechteste der drei Kategorien ist der Bereich Freizeit und Natur. Rang 134 steht hier zu Buche. Hier sind es aber nur einige wenige Punkte, die den Schnitt drücken. Zum Beispiel der Anteil der Waldfläche, bei dem der Kreis auf Platz 356 liegt. Zwar haben der Mittelrhein und die Nahe auch an Wäldern einiges zu bieten. Aber im waldarmen Rheinhessen aufzuforsten ist nicht einfach: „Dieser Bereich des Kreises besticht eben mit seinen schönen Weinbergen, die unsere Kulturlandschaft zu einem großen Teil ausmacht. Darauf sind wir sehr stolz“, sagte die Landrätin. Handlungsbedarf sieht sie beim Thema Übernachtungen im Fremdenverkehr. Hier liegt der Kreis mit Rang 324 ebenfalls weit hinten.  „Das ein oder andere Hotel würde der Ferienregion sicher noch gut tun“, findet sie. Die Bundesgartenschau 2031 könnte ein guter Auslöser für eine nachhaltig positive Entwicklung sein, hofft sie.

Erfreut ist die Landrätin über das überdurchschnittliche Interesse der Bevölkerung an den politischen Prozessen. So bildet die Studie eine herausragende Wahlbeteiligung ab – bei der Bundestagswahl 2017 steht Rang 6 zu Buche, immerhin noch zu Rang 39 reichte die Wahlbeteiligung an der letzten Kommunalwahl. Gut zu Gesicht steht dem Kreis auch das Ergebnis der Ganztagsbetreuung bei Kleinkindern und im Kindergartenalter. In beiden Fällen liegt der Kreis über dem Durchschnitt.

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