Landrätin Bettina Dickes: Bilanz zum Einjährigen

Landrätin Bettina Dickes mit dem neuen Bauamtsleiter Christoph Liesenfeld (links) und dem Bürgerbeauftragten Harald Skär.

Bad Kreuznach. Am 8. Juli 2018 jährte sich der Amtsantritt von Landrätin Bettina Dickes zum ersten Mal. Viele Projekte konnte die Landrätin in dieser Zeit bereits zum Abschluss bringen, andere große Vorhaben anstoßen. „Sowohl Themen, die die Bevölkerung direkt betreffen, aber auch verwaltungsintern wirken, brachte mein erstes Jahr als Landrätin mit sich“, reflektiert die Landrätin. Langweilig sei es ihr nie geworden – und werde es sicher auch in den kommenden Jahren nicht, bekräftigt Dickes, die im kommenden Amtsjahr wieder verschiedene Projekte auf das Gleis heben will. Die Ideen gehen der Landrätin trotz der sehr guten Jahresbilanz auch weiterhin nicht aus.

 

Stichwort Bürgerlandrätin

„Als Bürgerlandrätin war es mir von Beginn an ein großes Anliegen, raus zu gehen“. Die regelmäßigen Bürgersprechstunden auf den verschiedenen Märkten im Kreisgebiet zeigen, dass sie Wort gehalten und immer ein offenes Ohr für die Kreisbevölkerung hat. Im Zuge der Gespräche, die auch abseits der offenen Sprechstunden stattfanden, betreffen unzählige Bereiche, die im Landkreis, aber auch darüber hinaus, ihren Ursprung finden. Ausgeweitet werden sollen die Gespräche auf Wunsch des Kreisjugendrings auch auf Veranstaltungen dessen.

Doch bei weitem nicht nur die Gespräche unter dem blauen Sprechstundenschirm bewegten das erste Jahr der Amtszeit. Es waren zahlreche Themen die in der Verwaltung und im Landkreis erste große Spuren auf dem Weg hinterließen, diesen weiter voran zu bringen.

 

Rückblick

Schon der Rückblick auf das vergangene Jahr zeigt, dass viele Projekte mit großem Erfolg angegangen wurden – extern wie intern.

 

So ist es etwa gelungen, die lange Hängepartie des OrgelArt Museum Windesheim durch die Überführung in eine Stiftung zu beenden. Mit diesem Schritt soll es gelingen, das Museum in ruhige und erfolgreiche Fahrwasser zu führen und so eine gute Weiterentwicklung dieses Kleinods zu erreichen.

 

Gleiches gilt für die fällige Sanierung der Verwaltungsgebäude in der Baumgartenstraße. Hierfür wurde der Weg freigemacht, was gewährleistet, dass die Verwaltung weitgehend an einem Standort verbleibt.

 

Den Startschuss gegeben hat die Landrätin für das von ihr ins Leben gerufene Familiennetzwerk. Dieses soll Familien die richtigen Ansprechpartner für die Herausforderungen im familiären Alltag – von der Krabbelgruppe bis zur Paliativmedizin – auf einen Blick bieten. Als ersten Aufschlag wurden bereits die Ferienfreizeiten im Landkreis Bad Kreuznach gesammelt und auf der Kreishomepage dargestellt. Im nächsten Schritt ist die Veröffentlichung einer eigenen Homepage vorgesehen, die sich derzeit in der Erstellung befindet. Stück für Stück werden so Wegweiserfunktionen auf einer Seite zu sehen sein, die den Weg zur richtigen Stelle zeigen.

 

Gegründet wurde das Bündnis für Sicherheit im Landkreis Bad Kreuznach. Dieses soll jenen die Schulter stärken, die den Kopf im Notfall für die Bevölkerung hinhalten. Immer wieder ist von Angriff gegen Helfer zu lesen. Diesem soll das Bündnis entgegenwirken und für die Arbeit der Hilfskräfte sensibilisieren. Erste Aktionen des Bündnisses fanden bereits auf Kirmesveranstaltungen in Bad Sobernheim und Meisenheim statt.

 

Auf dem Dach der Kreisverwaltung wurden Bienenvölker angesiedelt. Dies stellt ein klares Statement für Umweltschutz dar. Immer wieder ist davon zu lesen, dass sich die Bienenbestände dramatisch weiter verringern. Grund genug, verfügbare Flächen für diese wichtigen Lebewesen bereit zu stellen. Der schöne Nebeneffekt: der erste Kreishaushonig wurde bereits geerntet.

 Verwaltungsstrukturen

Auch verwaltungsintern bewegte die Landrätin bereits vieles. Schon nach der Wahl begann die Landrätin, Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen zu führen, um zu hören, wo der Schuh drückt. Aus den Gesprächen heraus konnte sie viele Erkenntnisse erlangen, wo der Landkreis als Arbeitgeber anzusetzen hat.

Unter anderem wurden die Voraussetzungen zur Telearbeit für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich vereinfacht. Für die Belegschaft, aber auch zur Versorgung der Sitzungsräume, wurden Wasserspender angeschafft. Für die Kinder der in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter organisierte die Kreisverwaltung erstmals eine eigene Ferienfreizeit, die sehr gut angenommen wurde. Sachgrundlose Befristungen bei der Einstellung von neuem Personal gehören der Vergangenheit an.

Immer weiter soll die Verwaltung unter anderem durch derartige Maßnahmen arbeitnehmer- und familienfreundlicher werden, um die Attraktivität des Verwaltungsberufs weiter zu steigern. Zudem sollen die Mitarbeiter durch ein gutes Innenverhältnis noch motivierter werden.

 

Auch organisatorisches wurde umgesetzt. So gehört das Referat für Umwelt inzwischen dem Bauamt an, was Synergien innerhalb der Verwaltungsabläufe mit sich bringt.

 

Wort gehalten hat die Landrätin auch hinsichtlich der Verbesserungen der Arbeitsbedingungen im Bereich der Schulsekretärinnen. Künftig werden die Stundenkontingente nicht mehr jährlich neu anhand der Schülerzahlen bemessen, sondern auf einem verlässlichen Niveau belassen. Dies gibt den Schulen, vor allem aber auch dem Personal, Planungssicherheit.

Darüber hinaus wurde die Schulbuchausleihe angepasst, um auch hier Druck aus den Sekretariaten herauszunehmen.

 

 Pläne für das nächste Jahr

Auch im zweiten Amtsjahr hat Landrätin Bettina Dickes großes vor. Bereits angestoßen wurde etwa die Gründung einer Umweltstiftung. Mehrere sehr gute Gespräche mit verschiedenen Stellen haben bereits stattgefunden. Die Landrätin ist sehr guter Hoffnung, dass die Umweltstiftung noch im Herbst im Kreistag Thema sein wird. Die Satzung steht bereits im Entwurf.

 

Vorangetrieben werden soll die Gründung einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Nachdem die Stelle des Wirtschaftsförderers der Stadt Bad Kreuznach zwischenzeitlich besetzt wurde, kann dieses Bestreben nun mit Nachdruck weiter verfolgt werden.

 

Ein weiterhin bestimmender großer Themenkomplex ist die Weiterentwicklung der Nahelandtouristik. Neben des Krisenmanagements der Landrätin in den vergangenen Monaten, soll der Fokus nun eindeutig auf die zukünftige Ausrichtung gelegt werden. Nach vielen Gesprächen mit Touristikern, Hoteliers und Gastronomen konnte sich die Landrätin ein sehr klares Bild davon machen, was die Nahelandtouristik künftig leisten soll. Sie sieht die Arbeit hin zu einer neustrukturierten Nahelandtouristik auf einem sehr guten Weg.

 

Neben dem Tourismus will die Landrätin auch die Entwicklung einer Gesundheitsregion voranbringen. Dies soll zweigleisig aufgestellt werden. Zum einen ist - parallel zum Familiennetzwerk - eine Gesundheitsplattform im Internet vorgesehen, die mit dem Familiennetzwerk verknüpft wird. Mittels Leaderförderung könnte die Pionierarbeit extern hierzu geleistet werden, um einen guten Wegweiser zum Thema Gesundheit vorzuhalten. Gespräche zur gemeinsamen Umsetzung laufen bereits.

Darüber hinaus soll ein dreijähriges Projekt zur Gesundheitsregion starten. Neben dem Bereich Wellness-Gesundheit-Wohlfühlen, der auch für den Tourismus eine große Rolle spielen wird, ist die Herausforderung der umfassenden gesundheitlichen Versorgung in den ländlichen Regionen ein großes Thema, dem sich das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung künftig noch mehr widmen wird. Zur Entlastung des Leiters des Gesundheitsamtes wurde diesem eine Führungskraft an die Seite gestellt, die die Verwaltungsaufgaben wahrnimmt. Der Leiter selbst hat hierdurch mehr Kapazitäten für den Bereich der Gesundheitsversorgung auf dem Land.

 

Auch die Konsolidierung des Haushalts wird weiterhin Zeit in Anspruch nehmen. Die Arbeitsgruppe Haushalt hat bereits mehrfach getagt und bringt gute Ansätze. Einigkeit über die Parteigrenzen hinweg besteht etwa im Bereich der stationären Hilfe zur Erziehung. Hier können neue Wege nicht nur große Einsparpotentiale, sondern auch eine Verbesserung der Situation für die betroffenen Kinder bringen.

 

Als weitere Themen stehen unter anderem die Fortentwicklung ÖPNV und die Verbesserung der Mobilfunkabdeckung im ländlichen Raum auf der Agenda der Landrätin. Beide Themenkomplexe wurden bereits in Gesprächen angegangen.

 

Für mehr Bürgerservice in der Verwaltung ist die Umgestaltung des Foyers der Kreisverwaltung vor der Umsetzung. In einem offenen Bürgerbüro sollen die Bürgerinnen und Bürger schnell und gezielt die richtigen Ansprechpartner im Haus finden.

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