Nach über 25 Jahren endlich saniert

Barrierefrei wurden die Bahnsteige ausgebaut. Der Zugang ist direkt vom Bahnübergang aus möglich. Foto: E. Daudistel

Nach rund 25 Jahren wurde der Bahnhof Gensingen-Horrweiler saniert. Sie schneiden das rote Band durch: (v.l.) Michael Heilmann, Susanne Korsinsky, Staatssekretär Andy Becht, Landrätin Dorothea Schäfer, Bürgermeister Manfred Scherer und Ortsbürgermeister Armin Brendel. Foto: E. Daudistel

Bahnhaltepunkt barrierefrei ausgebaut / Zustieg ebenerdig möglich

Gensingen (dd). Was lange währt, wird endlich gut, so kann die Sanierung des Bahnhofes Gensingen-Horrweiler umschrieben werden. Was vor rund 25 Jahren mit ersten Gesprächen begann, wurde nun eingeweiht. Ortsbürgermeister Armin Brendel zeigte sich erfreut, dass im Jubiläumsjahr, die Gemeinde feiert ihren 1250. Geburtstag, ein Etappenziel erreicht werden konnte. Dafür hat die Gemeinde auch 650.000 Euro in die Hand genommen. „Es hat viele Gespräche in den Jahren gegeben, Ansprechpersonen haben gewechselt. Es hat sich alles lange hingezogen“, sagte der Ortsbürgermeister. Das wurde ihm auch von der Leiterin für den Regionalbereich Mitte der DB Station und Service, Susanne Kosinsky, bestätigt: „Kein anderer Bahnhof hat mich in den vergangenen Jahren so stark beschäftigt“. Immer wieder gab es bei der Planung Änderungen. Der Denkmalschutz machte einen Strich durch die Rechnung, Genehmigungen fehlten, Lösungen mussten gefunden werden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Bahnhaltepunkt, so die offizielle Bezeichnung, teurer als vorgesehen wurde. Rund sechs Millionen Euro wurden in die Modernisierung und den Erhalt der baulichen Gesamtanlage investiert.

Nach elf Monaten Bauzeit präsentiert sich der Bahnhaltepunkt barrierefrei, der Zustieg in die Züge ist nun ebenerdig möglich. Die neuen Bahnsteige, die direkt vom Bahnübergang aus erreicht werden können, wurden mit Blindenleitstreifen, neuen Fahrplanvitrinen und zeitgemäßen Sitzgelegenheiten ausgestattet. An den Handläufen der Personenunterführungen sind Informationen in Brailleschrift angebracht. Der Fahrkartenautomat wurde höhenmäßig angepasst. Der Denkmalschutz sprach ein Wörtchen bei der Sanierung der Dächer und der historischen Geländer mit.

 „Wir investieren in den ÖPNV. Moderne barrierefreie Bahnhöfe machen die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs attraktiver“, sagte Verkehrsstaatssekretär Andy Becht bei der Einweihung. „Wir möchten den Pendlern und Reisenden in Rheinland-Pfalz attraktive Zugverbindungen anbieten.“ Das Land hatte den Umbau mit 1,36 Millionen Euro bezuschusst. An Werktagen nutzen um die 1.800 Reisende den Bahnhof. In knapp 25 Minuten erreicht man den Mainzer Hauptbahnhof, in sechs Minuten den Bahnhof in Bad Kreuznach. „Ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember wird es eine direkte Verbindung von Bad Kreuznach nach Wiesbaden geben“, so Michael Heilmann vom Zweckverband Schienenpersonennahverkehr. Die Züge halten dann auch in Gensingen-Horrweiler.

Dass eine weitere Entwicklung des ÖPNV und eine Vernetzung mit dem Individualverkehr notwendig ist, unterstrichen in ihren Grußworten Landrätin Dorothea Schäfer und Bürgermeister Manfred Scherer. Für beide ist der Bahnhof Gensingen-Horrweiler ein wichtiger Haltepunkt, der noch weiter ausgebaut werden müsse.

Ein weiteres Ziel ist, direkt an den Gleisen in Richtung Horrweiler, einen Park-and-Ride-Parkplatz durch die Ortsgemeinde Gensingen einzurichten. Er wird Platz für rund 100 Fahrzeuge bieten. Veränderungen am alten Bahndepot und am Stellwerk will Brendel lösen: „Die Gemeinde hat Interesse daran.“

Kaum war die Einweihungsfeier verklungen, wurden Stimmen von Nutzern des Haltepunktes laut, dass doch nicht alles so optimal errichtet wurde. Zwar gäbe es einen Unterstellplatz für Fahrräder, dieser sei aber in der Zeit des Schulunterrichts immer voll belegt. Vielleicht investiere die Gemeinde zusätzlich noch ein paar Euro für einen zusätzlich Unterstellplatz für die Räder.

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