Rettungsdienst in Rheinhessen arbeitet gut und gewährleistet gute Versorgung

Symbolfoto: Archiv NBZ

Notfallsanitäter verfügen über eine intensive dreijährige Berufsausbildung

Region (red). Der Artikel „Wenn der Notarzt im Stau“ steht, enthält eine Reihe von Fehlinformationen, reagieren Rettungsdienstbehörde und DRK auf den entsprechenden Artikel. Bereits die Aussage, dass Notfallsanitäter „bis auf wenige Ausnahmen“ keine Medikamente verabreichen dürfen, ist schlicht falsch. Im Rettungsdienstbereich „Rheinhessen“, zu dem auch die DRK-Rettungswache Nierstein gehört, hat der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Dr. Guido Scherer, die Freigabe für 30 lebensrettende Medikamente erteilt. Außerdem dürfen die Notfallsanitäter auch invasive Maßnahmen durchführen, wie den Einsatz von Beatmungsgeräten und Defibrillatoren. Damit sind sie bestens gerüstet, um etwa im Falle eines im Artikel erwähnten Herzstillstands professionell helfen zu kennen.

„Unsere Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter sind durchaus in der Lage lebensbedrohliche Situationen zu meistern und Patienten auf professionellem Niveau zu versorgen. In der Mehrzahl der Notfälle kommt primär gar kein Notarzt zum Einsatz. Sollte dieser benötigt werden, so sind unsere Mitarbeitenden dazu ausgebildet, die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes effektiv zu überbrücken“ macht Jörg Steinheimer, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienstes Rheinhessen-Nahe deutlich. Auch Notfallsanitäter und Rettungswachenleiter Patrick Mathes von der DRK-Rettungswache Nierstein ist angesichts der Aussagen von Dirk Ihrig irritiert: „Die Zeiten, in denen wir lediglich Patienten transportiert haben und Notfällen hilflos gegenüberstanden, sind schon lange vorbei“.

„Die Notfallsanitäter verfügen über eine intensive dreijährige Berufsausbildung, in welcher explizit ärztliche Maßnahmen vermittelt und trainiert werden, um eine professionelle und effektive Notfallversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten“, erläutert der Ärztliche Leiter der Rettungsdienstbehörde für Rheinhessen, Dr. Guido Scherer. „Jährlich wird jede Notfallsanitäterin und  jeder Notfallsanitäter von mir oder den von mir beauftragten Notärzten auf Herz und Nieren geprüft, ob die Person ihre extrem verantwortungsvolle Aufgabe jederzeit auf modernstem Stand erfüllen kann.“

Natürlich sind auch Notärzte im Rettungswesen wichtig. Die Notarztversorgung in Rheinland-Pfalz ist deshalb entsprechend den gesetzlichen Vorgaben in der Regel durch Klinikstandorte sichergestellt. Die jeweilige Klinik verpflichtet sich, Ärzte gegen Erstattung der ihr entstehenden Kosten als Notärzte zur Verfügung zu stellen. So ist es auch in unserem Rettungsdienstbereich, der über sieben klinikgebundene Notarztstandorte verfügt. Gemäß Landesrettungsdienstplan ist die Mitwirkung von niedergelassenen oder freiberuflich tätigen Ärztinnen und Ärzten insbesondere in Regionen vorgesehen, die im Unterschied zu Rheinhessen nur über kleinere Krankenhäuser verfügen.  Die Anbindung an eine Klinik, die es täglich mit Notfällen zu tun hat, sichert die Qualität der notärztlichen Versorgung.

„Individuelle Insellösungen außerhalb des Landesrettungsdienstplanes, der regelmäßig aktualisiert wird, sind nicht wünschenswert. Die Bevölkerung profitiert seit Jahren von einer hervorragenden Zusammenarbeit zwischen den Betreibern des Rettungsdienstes, wie in diesem Fall dem DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe, den unteren Rettungsdienstbehörden und dem Land Rheinland-Pfalz“, sind der Ärztliche Leiter Dr. Scherer und der beim Kreis zuständige leitende staatliche Beamte Dr. Stefan Cludius überzeugt.

Auch die Aussage, dass der „Alzeyer Standort nur tagsüber besetzt“ sei, ist falsch. Der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe hält am Standort Alzey rund um die Uhr und an jedem Wochentag ein Notarzteinsatzfahrzeug mit Rettungsdienstpersonal vor. Von ärztlicher Seite wird das Fahrzeug von Ärzten des DRK-Krankenhaus Alzey in Kooperation mit niedergelassenen Medizinern besetzt. Des Weiteren ist festzustellen, dass die im Artikel erwähnte Schließung des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes in Alzey und Nierstein nicht mit der rettungsdienstlichen und notärztlichen Versorgung der Bevölkerung in Zusammenhang steht, da der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst kein Teil des Rettungs- und Notarztdienstes darstellt und diesen weder personell noch strukturell unterstützt.

Abschließend bleibt zu sagen: Eine wissenschaftliche Analyse hat der Rettungsdienstbehörde  bescheinigt, dass die Wache in Nierstein im Verbund mit den anderen Rettungswachen sehr gute Arbeit leistet. Auch mit der Versorgung durch die Notarztstandorte können wir zufrieden sein. Die Rettungsdienstbehörde hat dennoch dem Notarzt Dirk Ihrig bereits vor mehreren Tagen ein Gesprächsangebot gemacht und zu dem Thema Kontakt mit dem Innenministerium aufgenommen.

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