Weingästeführer aus anderen Weinbauregionen vom Naheland begeistert

Anna Kubach-Wilmsen heißt die Gäste willkommen.

In der Steinbibliothek des von Tadao Ando geplanten Museums.

Gruppenbild von Gästen und Gastgebern am Steinskulpturenpark.

KREIS BAD KREUZNACH. „Wir haben die Chance genutzt, beim zweiten Tag des bundesweiteten Treffens der Weingästeführer, zu dem das Deutsche Weininstitut nach Bad Kreuznach eingeladen hat, unseren mehr als 112 Kollegen aus anderen deutschen Weinbaugebieten einige besonders schöne Facetten des Nahelandes näher zu bringen. Vielen unserer Gäste konnten wir den Wunsch ins Herz pflanzen, schon bald einmal wieder an die Nahe zu kommen.“ So resümiert Monika Menschel, die Vorsitzende der rund 85 zertifizierten Kultur- und Weinbotschafter an der Nahe den Tag, den Sie zusammen mit einem rund 25-köpfigen Team schon seit Monaten akribisch vorbereitet hatte, denn dieser zweite Tag stand in der Verantwortung der Kultur- und Weinbotschafter von der Nahe.

Die Organisation klappte wie am Schnürchen, und das Programm begeisterte die angereisten Weingästeführer wie erhofft. Nur das eisige Wetter ließ den einen oder anderen Programmpunkt, bei dem auf den Blick in die die reizvolle Landschaft gesetzt werden sollte, etwas leiden, denn die Boden- und Hochnebel lösten sich nicht ganz auf. So konnten die Gäste nur ahnen, wie schön sich das Rotenfelsmassiv im Sonnenlicht präsentieren würde, und wie gut der dort gewachsene und nun in Ebernburg ausgeschenkte Dr.-Crusius-Riesling bei angenehmen Temperaturen schmecken könnte.

Zuvor hatten Vorsitzende Monika Menschel und ihr Stellvertreter Jürgen Wensky ihre Gäste auf dem Schulparkplatz des DLR Rhein-Nahe-Hunsrück in Bad Kreuznach willkommen geheißen, um sie bei der Busfahrt zum Steinskulpturenmuseum und zum Park der Stiftung Kubach-Wilmsen zu begleiten. Aufgeteilt in vier Gruppen wurde den Gästen das Lebenswerk der Eheleute Anna Kubach-Wilmsen (Jahrgang 1937) und Wolfgang Kubach (1936-2007) näher gebracht.

Anna Kubach-Wilmsen erklärte: „In 2000 Jahren Kulturgeschichte in Europa war der Stein immer Material für die Form. Als mein Mann und ich den Stein entdeckt haben, haben wir nachgedacht und unseren Beruf als Bildhauer gefunden: Der Stein ist nicht mehr Material für die Skulptur, sondern Skupturen werden zum Anschauungsmaterial des Steins – wie unser Buchturm. Dessen Steine kommen aus allen fünf Erdteilen, und jeder Erdteil ist anders und besitzt eine andere Evolutionsgeschichte.“

Auch die Philosophie des japanischen Architekten Tadao Ando (Jahrgang 1941), der das das Steinskulpturenmuseum in konsequentem Minimalismus geschaffen hat, vermochten die Führer des Museums den Weingästeführern sehr gut zu vermitteln. Ando kombinierte feinsten Sichtbeton mit der Rekonstruktion einer historischen Fachwerkscheune von 1785. Im Innenhof ahnten die Besucher, dass in der milden Jahreszeit ein reflektierender Wasserspiegel eine zentral stehende Steinsäule reizvoll illuminiert.

Kultur- und Weinbotschafterin Karin Ochel-Spies machte ihre Kollegen aus den anderen Weinbauregionen mit den geologischen Besonderheiten an der Nahe vertraut und blieb dabei keine Antwort auf noch so spezifische Fragen schuldig.

Zum Aufwärmen ging’s dann nach Niederhausen oder Oberhausen, wo sich die Gruppe teilte. Die Mehrheit entschied sich für einen Besuch des Weltklasse-Rieslingerzeugers Helmut Dönnhoff, der mit seinem Charme und seiner Bescheidenheit die Herzen im Sturm eroberte. Er und seine Frau kredenzten Weißburgunder, Großes Gewächs vom Schlossböckelheimer Felsenberg und den Riesling Kabinett von Oberhäuser Leistenberg, um den Variantenreichtum des Terroirs zu verdeutlichen. Die Weinexperten zeigten sich sehr beeindruckt von Dönnhöffs filigraner Stilistik. Die Zeit verging wie im Flug, aber vor der Weiterfahrt gab’s noch einen flotten Betriebsrundgang.

Die Alternative zu Dönnhoffs war das Gut Hermannsberg, wo Désirée und Christian Patsch die Gruppe begrüßten und mit der wechselhaften Vergangenheit der ehemalige Staatsdomäne vertraut machten. Deren Weine zählen wieder zu den besten Produkten der Region und wurden von der Gruppe sehr gelobt.

Weiter führte die Reise über Duchroth, dem Goldmedaillenträger bei „Unser Dorf hat Zukunft“, vorbei am Disibodenberg, der als Wirkungsstätte der Hildegard von Bingen bekannt ist nach Bad Sobernheim, dem Felkeheilbad an der Nahe. Im Kaisersaal hatten die Kultur- und Weinbotschafter die Tafeln für Ihre Gäste liebevoll gedeckt. Zum Speisenangebot von Küchenmeister Michael Göckel (Partyservice Creativ) wurden zwei prachtvolle Rieslinge von Harald Hexamer, der „Lenz“ von Emrich-Schönleber und Weißer Burgunder vom Weingut Michel in Steinhardt ausgeschenkt, um auch sensorische Impressionen von der Mittlere Nahe zu vermitteln.

Gut gestärkt und aufgewärmt brach die Gruppe zur Besichtigung der ehemaligen Klosterkirche St. Martin in Sponheim auf. Die Geschichte der ehemalige Benediktiner-Klosterkirche auf dem Feldberg ist eng verbunden mit den Grafen von Sponheim, mit Jutta von Sponheim, mit Hildegard von Bingen, den Benediktiner-Mönchen sowie Abt Trithemius und den Pfalzgrafen von Simmern. Beim Besuch des Museums im Pfarrhaus durften erlesene Naheweine der Kultur- und Weinbotschafter Nahe (Weingut Rosengarten - Welker Emmrich in Rüdesheim und Weingut Albert Gälweiler in St. Katharinen) verkostet werden.

Die bemerkenswerte Akustik der Klosterkirche verdeutlichte ein besinnliches Harfenkonzert, zu dem eigens Harfenistin Clara Dicke aus Käshofen (Saar) angereist war. Ein gelungener Abschluss des Besuchsprogramms, der alle Weingästeführer die besondere Atmosphäre genießen ließ.

Monika Menschel verabschiedete die Gäste mit der herzlichen Bitte, schon bald einmal wieder ins Naheland zu kommen, das noch viele andere Schönheiten und in der Regel auch viel angenehmeres Wetter zu bieten habe. Sie dankte herzlich ihren Mitstreitern, die die bei der Vorbereitung dieses so wichtigen Tages schon seit Monaten tatkräftig unterstützt haben.

Beim Abschiedsessen im Hotel „Fürstenhof“ wurde die Vorsitzende von vielen Weingästeführern angesprochen, die sich vom Naheland begeistert zeigten und sich für das gebotene Programm bedankten. „Die Resonanz zeigt, dass sich unser aller Einsatz bewährt hat“, lautet Monika Menschels zufriedene Bilanz.

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