Ein Stückchen Weltkulturerbe im Weltkulturerbe

Oberbürgermeister Thomas Feser (4. v. re.) bei der Eröffnung der Ausstellung zusammen mit den Fotografen, Förster Paul Peitz und Ratsmitglied Annette Hammel. Foto: Stadt Bingen

24 großformatige Fotografien sind im Binger Wald zu sehen

Bingen (red). Eine Wanderung im Binger Wald ist immer eine schöne Abwechslung, doch bis zum 15. Juli kommt zum Natur- auch der Kultur-Genuss. Denn Dieter Gergen, Michael Kanitz, Peter Sikora, Andreas Wollenweber und Alfred Engler vom Forum für Zeitgenössische Fotografie Mainz zeigen am Aussichtspunkt des Damianskopfes, zentral am Rheinburgenweg gelegen, 24 großformatige Fotografien – Industrie-Fotografien – um genau zu sein. Man fragt sich vielleicht, „passt diese Form der Darstellung in die Idylle des Waldes?“ Ja, sie passt, darüber waren sich die wandernden Betrachter bereits schon vor der Vernissage am Donnerstag einig. Die in die Bäume eingespannten LKW-Planen eignen sich hervorragend für diese außergewöhnliche Ausstellung unter dem Titel „Industrie – Wald – Industrie“. Sie bringt ein Stückchen saarländisches Welterbe ins Mittelrhein-Welterbe.

In der Völklinger Hütte, einst eines der größten Eisenwerke und heute bekanntes Zeugnis vergangener Industriekultur, war den fünf Mainzer Fotografen klar geworden, wie ähnlich die aufstrebenden, zylindrischen Röhre und Behälter dem natürlich gewachsenen Wald sind. Die Gegensätze der Bilder in die Einbindung der Landschaft, in die Romantik des Mittelrheintales oberhalb von Bingen, beeindruckt auch Oberbürgermeister Thomas Feser, der die Ausstellung offiziell eröffnete. „Viele wissen überhaupt nicht, welche schönen Eckchen wir hier haben – und in diesen Wochen präsentiert sich dieser Flecken von einer noch schöneren Seite. Je nach Wetter und Lichteinfall wirken die Aufnahmen immer wieder anders und geben dem Betrachter Raum zu neuen, eigenen Interpretationen. Man kann fast von einem meditativen Weg sprechen. Es lohnt sich wirklich hierher zu kommen“, lud er ein. Der Sprecher der Fotografen-Gruppe, Alfred Engler, verglich in seiner Einführungsrede die Industrie-Romantik in der Fotografie mit dem Blick des Romantik-Malers William Turner, der vor rund 200 Jahren am Mittelrhein unterwegs war und stellte einen Bezug dieser beiden „Romantik-Felder“ gegenüber.

Die Ausstellung (die bereits schon sehr erfolgreich im Mainzer Lennebergwald zu sehen war), bleibt bis zum 15. Juli. Der bequeme Fußweg (circa 15 Minuten) ist ab Forsthaus Heiligkreuz ausgeschildert.

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