Binger Messe
vom 29. April bis 1. Mai

Fastnacht im Schatten der Basilika

Elferrat des Gruber Narren Clubs. Foto: Edgar Daudistel

Liesje Laloi und Schwätzerchen Gerda waren Höhepunkte beim GNC

Bingen (dd). Die Narrhalla Kulturzentrum bebte bei der Familiensitzung des Gruber-Narren-Clubs (GNC) im Schatten der Basilika. Die Mauern hielten stand, auch wenn sie im zweiten Jahr noch eine Baustelle war. Warnhinweise überall als Bühnendeko. Baustelle 2.0.  Die Lampen seien schön – schön hässlich - , die Balken krumm aber weiß gestrichen, kalauerten im Vorspiel Benedikt Nowacki, Christian von Stramberg und Ingo Müller. Ein gut gelaunter Sitzungspräsident, Männi Heil, führte durch das fünfstündige Programm und stieg später selbst in die Bütt. Für Mucker und Philister war an diesem Abend kein Platz.

Als Harlekin brach Wolfgang Siebner das Eis. Große Politik aber auch Binger Themen beherrschte der Protokoller. Von #metoo bis Mobilitätskonzept reichte die Palette. „Wie lange hält die schwarz-grüne Koalition? Wann hat Jens die Nase voll?“ Tradition bei den Grubern hat Bänkelsänger Markus Hammer mit seinem Bumtärä. Eine Rakete, davon gab’s mehr an diesem Abend, war fällig. Seit fast 20 Jahren begeistert „Liesje Laloi“ die Narren. Die Paraderolle ist Brigitte Giesbert auf den Leib geschrieben. Diesmal eine Betrachtung um die Farbe schwarz. Schwarzschlachtungen prägte sie als Kind und damit auch den Eintritt in die Schwarze Partei. Ein paar „rote Dubbe“ bei den Schwarzen machten sich in der neuen Regierung sicher gut. Schwarzfahrer, schwarzes Schaf, schwarze Witwe aber auch schwarze Augen, schwarze Strapazen und das kleine Schwarze ließ sie nicht aus.

Mit blauem Blut und von edler Rasse, das war Gerda, alias Männi Heil, aus Feilbingert. Wichtige Kriterien erfüllt sie: trinken von morgens bis abends. Sollte sie Prinzess Schwätzerchen werden dann „muss die Weinburg wieder her“. Stürmischer Applaus. Da blieb kein Auge trocken. „Es Webersch Elfriede“, Marcus Mohrs, diesmal als Witwe, stritt sich mit seiner Schwester (Nicole Weidmann) um das Erbe des verblichen Franz. Mal wieder ein gelungener Auftritt mit Gesang. So schön. Michael Choquet als Blogger, „ausgebildet vom Weinsenat“, fiel selbst beim Hotelnamen „Papa Rhein“ nix mehr ein. „Da hat man sich bestimmt nicht viel Gedanken gemacht“. Dass ein wahrhaftiger Pfarrer bei einer Fastnachtssitzung in die Bütt steigt, gibt’s nur bei den Grubern. Mit schwerer Kost zu später Stunde, zog Pfarrer Gerhard Choquet die Narren in seinen Bann. Er huldigte Gott Jokus und bot den Bingern einen Schnellkurs als „Kniggeexperte“ an: „Anstand und Sitte haben wir in der Tanzstunde gelernt.“ Als Berater und Begleiter für einkaufend Frauen bot sich Eberhard (Eb) Röthgen mit seinem Escortservice an. Erfahrung sammelte er mit 30 Jahren Ehe und bei Shopping Queen. Aber was wäre eine Fastnachtssitzung ohne Tanz. Augenschmaus für das närrische Auditorium von den Garden – groß und klein - , dem Männerballett, die einen Hauch wilder Westen durch die Baustelle wehen ließen, Rising Phoenix und die Firestroms mit „Dirty Dancing“.

Fotos: Edgar Daudistel

 
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