Fünfte Jahreszeit hält in Bingen Einzug

Noch bis Aschermittwoch wehen die Fahnen der elf Binger Fastnachtsvereine unterhalb der Burg Klopp. Foto: E. Daudistel

Oberbürgermeister Thomas Feser verleiht den städtischen Orden an verdiente Fastnachter. Foto: E. Daudistel

Auch die Sternsinger fanden noch den Weg zu den Narren. Foto: Stadt

Flaggenhissung der elf Karnevalsvereine und Ordensverleihung durch OB

Bingen (dd). Mit der Flaggenhissung der elf Binger Karnevalsvereine auf der „Belle Etage“, unterhalb der Burg Klopp, wurde in der Stadt am Rhein-Nahe-Eck die fünfte Jahreszeit eingeläutet. Noch etwas zaghaft erklangen bei dem Nieselwetter, der Himmel zeigte all seine Grautöne, die „Helau-Rufe“. Das Blasorchester Oberes Mittelrheintal (Boom) intonierte die Lieder der Fastnachtszeit. Zuvor zogen im Eiltempo die Binger Korporationen durch die Innenstadt, kreuzten die Wege mit den Sternsingern. Vornweg die Gruber Narren, mit ihrem Sitzungspräsidenten Klaus-Dieter (Männi) Heil, die in diesem Jahr federführend waren. Dieser ließ bei der Proklamation kurz aufblinken, was die Narrenschar in der Session so erwartet. Von Helen Fischer und Jogi Löw, über das Niedrigwasser, die „Pfütze im Rhein“ bis zu Trump und das englische Brexit wird sich der Bogen spannen. Aber „auf die Stadt kann man sich auch verlassen, die hat genügend Böcke geschossen“, ist Männi Heil dankbar für die Themenvielfalt.

Die Fahnen wurden hochgezogen und weiter gings ins Kulturzentrum am Freidhof. Dort verlieh Oberbürgermeister Thomas Feser den närrischen Verdienstorden der Stadt. Dieses Jahr zum sechsten Mal. Nicht die, die immer im Vordergrund stehen wurden geehrt, sondern die, die hinter den Kulissen die Fastnachtsvereine mit ihrer Arbeit am Laufen halten. Es wurde ein Spaziergang durch die elf Binger Vereine, die mit Lachmuskeltraining zur Entspannung und Stressabbau beitragen. „Gerade erst Lametta vom Revers gepickt, schon liegt wieder Konfetti in der Luft“, begann das Stadtoberhaupt die kurzweiligen Ehrungen. Musik gab es keine, doch dafür hatte Männi Heil vorgesorgt. Ein kleines Gerät spielte auf Tastendruck den Narrhallamarsch oder einen Tusch. Und Thomas Feser zeigt, dass er auch damit umgehen konnte. Die Binger Karnevalisten hielten den Stadtoberen den Narrenspiegel vor und regten zum Schmunzeln, Nachdenken und Staunen an, so Feser „Ob Kokolores, geschliffene, politisch-literarische Fastnacht, Musik, Show oder Tanz, die Binger Fastnacht ist riesig. Es ist Kultur die Spaß macht“, würdigt das Stadtoberhaupt die Arbeit der Karnevalisten, ehe er zur Tat schritt um die elf Orden zu übergeben.

Königlichen Besuch bekam die Narrenschar auch noch. Die Sternsinger fanden noch den Weg ins Kulturzentrum und überbrachten noch den traditionellen Segen "Christus mansionem benedicat" - "Christus segne dieses Haus" und sammelten Spenden ein. Wie tief die Narrhalesen und Narren in ihr Portemonnaie griffen, ist leider nicht bekannt.

Mit dem närrischen Stadtorden wurden geehrt:
Binger Karnevalverein 1833 e.V., Jürgen Braun,
Carneval Club Leddekepp 1984 e.V., Manuela Huber,
Carnevalverein 1949 Bingerbrück e.V., Georg Kneisch,
DJK Bingen-Büdesheim 1927 e.V., Kerstin Fetz-Huyer,
Gaulsheimer Carneval Club e.V. 1959, Jörg Winter,
Gruber Narren Club e.V. 1957, Jutta Hammer,
Karnevalsgesellschaft Schwarze Elf e.V. 1927, Irene Heinz-Kissinger,
Karnevalverein Sponsheimer Stechert 1937 e.V., Jennifer Konrad;
Kempter Carneval Club 1950 e.V., Kristin Schmitt-Jontzik,
Spielvereinigung Dietersheim 1918 e.V., Anette Siegler,
TuS Bingen-Büdesheim 1861 e.V., Paul-Gerhard Petry.

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