Geburtshilfe im HGH wird schließen müssen

die Geburtshilfe im HGH wird Ende des Monats schließen müssen. Foto: Edgar Daudistel

Hoffen auf einen Gynäkologen zur Weiterführung / Fraktionen bedauern Schließung

Bingen (dd): Wenn kein Wunder mehr geschieht, wird es Ende des Monats nicht mehr heißen „Geboren in Bingen am Rhein“. Denn dann wird es keine Geburtshilfe mehr im Heilig-Geist-Hospital (HGH) geben. Dr. Martin Queck hört nach 24 Jahren als Belegarzt der Geburtshilfe am HGH auf. „Seit mehr als 10 Jahren ist bekannt, dass der Zeitpunkt zur Schließung der Geburtshilfe kommt“, erinnert HGH-Geschäftsführer Michael Osypka an die lange Suche für einen Nachfolger von Dr. Queck.

In einem Pressegespräch auf Burg Klopp informierten Oberbürgermeister Thoms Feser, HGH-Geschäftsführer Michael Osypka und der ärztliche Direktor Karl-Heinz Leyser sowie die Fraktionsvorsitzenden der im Stadtrat vertreten Parteien über ein tags zuvor stattgefundenes Informationsgespräch durch die Klinikleitung. “Es ist schmerzlich. Wir werden um die Schließung der Geburtshilf nicht rumkommen“, sagt der Oberbürgermeister und Stiftungsratsvorsitzender Thomas Feser.

Alles sei schon versucht worden, um die Abteilung zu erhalten. Gynäkologen seien angeschrieben worden. Die erste Absage liege bereits vor. Die Hoffnung, dass sich doch noch ein Arzt bereit erklären würde, die verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen tendiert gegen Null. Michael Osypka zeigte verschieden Wege auf, von der Suche nach neuen Belegärzten, die Einrichtung einer Hauptabteilung für Geburtshilfe oder ein von Hebammen geführtes Geburtshaus, sei alles möglich. Alle Varianten seien bereits geprüft und aus unterschiedlichen Gründen nicht realisierbar.

Viel Verantwortung laste auf dem Rücken eines Belegarztes. Rund 350 Geburten werden im HGH jährlich gezählt. Dabei hat der Belegarzt immer Rufbereitschaft. Muss immer erreichbar sein. „Er hat keine Freizeit, muss innerhalb kürzester Zeit im Krankenhaus sein“, sagt Karl-Heinz Leyser. Unter diesem Gesichtspunkt winken Ärzte ab. Selbst große Krankenhäuser mit 2.500 Geburten, wie in Mainz, hätten Probleme, Ärzte zu finden.

Der politische Wille aller Fraktionen ist da. Aber sie können sich auch nicht vor der Realität verschließen, dass es bald keine Geburten im HGH geben wird. Auch sie wiesen, genauso wie der ärztliche Direktor Karl-Heinz Leyser, es weit von sich, dass erst seit ein paar Wochen nach einer Möglichkeit zur Erhaltung der Geburtshilfe im HGH gesucht wird.

Letztlich informierte HGH-Geschäftsführer Michael Osypka darüber, dass mit der Schließung der Geburtshilfe kein Mitarbeiter arbeitslos wird. Arbeitsplätze in Bingen und Mainz könne er anbieten. Hebammen könnten im katholischen Klinikum in Mainz tätig werden. Sicherlich werde es auch Bad Kreuznach Möglichkeiten geben.

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