Hildegardpunkt mit mittelalterlicher Musik eröffnet

Eröffnung der Hildegard-Info: (v.l.) Hildegard-Lotsin Gisela Nitsche, Georg Sahnen (Tourileiter), Rainer Thurau, Oberbürgermeister Thomas Feser und die Musikgruppe „Ranunculus“. Foto: E. Daudistel

Werbung für das „Festival Musica Antiqua“ im Herbst

Bingen (dd). Der Hildegardpunkt ist eine Erfolgsgeschichte. Kontinuierlich steigen seit der Eröffnung vor sieben Jahren die Besucherzahlen. Fast 7.000 Personen ließen sich von den Hildegardlotsen über die berühmte Binger Frau ausführlich informieren. Aber dabei soll es nicht bleiben. Vermehrt sollen Menschen in die Hildegard-Stadt gelockt werden. Was ist dazu besser geeignet als ein Festival, das „Festival Musica Antiqua“, das vom 3. bis 6. Oktober in Bingen stattfindet. Bei der Eröffnung des Hildegardpunktes nutzenden Oberbürgermeister Thomas Feser, der die Idee zur Hildegard-Info hatte, und der Festivalleiter, Rainer Thurgau, die Gelegenheit, tüchtig dafür Werbung zu machen. In seiner Begrüßung ging das Stadtoberhaupt auch auf die Diskussion zum Erwerb der Villa Würth ein. Für ihn ist es nur ein Wahlkampfgeplänkelt: „Wir haben jetzt die einmalige Gelegenheit, diesen ganz besonderen Ort, hier wirkte auch Hildegard, authentisch erlebbar zu machen. Dies Chance dürfen wir uns nicht entgehen lassen.“ Zur Finanzierung des Projektes gäbe es viele Möglichkeiten: Gespräche mit dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz laufen, Mittel aus dem Projekt „soziale Stadt“, der Buga und dem europäischen Leaderprogramm stünden zur Verfügung. Die Gelegenheit solle genutzt werden, einen Bogen von Bingen zu den Wirkungsstätten der Heiligen Hildegard nach Disibodenberg und Eibingen zu spannen.

Mit Musik aus dem Mittelalter stimmten die Damen der Gruppe „Ranunculus“ bereits auf das Festival im Herbst ein. Die Stadt müsse Hildegard und ihr Schaffen mehr in den Vordergrund stellen, meinte Rainer Thurau, der sich als Fan von Hildegard outete. Im Ausland sei Hildegard bekannter als in der Region selbst. Es sei deshalb nicht verwunderlich, dass bereits Anmeldungen aus Japan und den USA vorliegen, freut sich der Festivalleiter. „Es soll ein internationales Festival mit der Musik aus dem 11. bis 14. Jahrhundert werden. Und von einem Weinfest wird es sich abheben“. Ihre Kompositionen seien schon im hohen Mittelalter einzigartig gewesen. Von keinem anderen Musikschaffenden der Zeit sei ein derart umfangreiches Werk erhalten, niemand sonst habe damals schon einen so unverkennbar individuellen Stil geprägt.

„Kein weiterer Repräsentant der frühen abendländischen Musikgeschichte ist heute in der ganzen Welt so populär wie Hildegard von Bingen. In Australien und Japan, in ganz Europa und Nordamerika hat der Name der Stadt, in der Hildegard von Bingen gelebt und wo sie ihr einmaliges Werk geschaffen hat, einen ganz besonderen Klang bei Musikfreunden“, machte Rainer Thurgau deutlich, dass es an der Zeit sei, die berühmte Frau aus dem Mittelalter in Bingen besser zu vermarkten. Ausschließlich hochkarätigen Ensembles aus ganz Europa bietet das „Festival Musica Antiqua Bingen“ an besonderen und authentischen Hildegard-Orten eine Bühne. So wird die tausendjährige Basilika St. Martin, in deren Krypta schon Hildegard selbst gebetet haben mag, ebenso zum Konzertsaal wie die historistische Rochuskapelle mit ihrer Panoramalage in den Weinbergen über der Stadt. Hier hat die Hildegardverehrung mit Reliquien und Bildaltar seit dem späten 19. Jahrhundert eine zentrale Stätte. Dies gilt auch für die neoromanische Pfarrkirche St. Hildegard in unmittelbarer Nachfolge und Nachbarschaft zum weitgehend verschwundenen Hildegard-Kloster am Rupertsberg. Die Werbetrommel ist schon tüchtig gerührt. Sogar in einer englischsprachigen Zeitschrift, die von Moskau über Dubai bis New York in Diplomatenkreisen gelesen wird, wird auf einer Doppelseite auf das Festival hingewiesen. Auch die Heilige Hildegard wird als XXL-Gemälde an den vier Tagen präsent sein.

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