„Jeder Wein mit Herzblut verschnitten“

Insignien-Übergabe an Denis Scheck beim Weinsenatsfest. Foto:Anna Merkelbach

Obligatorisches Gruppenfoto beim Weinsenatsfest mit Ehrensenator Daniel Scheck, Vorgänger Frank Schätzing, sonstigen Weinsenatoren, Politikern und Weinmajestäten. Foto: Anna Merkelbach

Weinsenat und Gäste schwärmen vom Binger Wein

Bingen (am). „Was du heute kannst entkorken, das verschiebe nicht auf morgen“ – Das war beim diesjährigen Weinsenatsfest am vergangenen Samstag wahrscheinlich nicht nur das Motto der ehemaligen Weinprinzessin Muriel Schmitt, die kurzfristig als Moderatorin bei der Veranstaltung eingesprungen ist, sondern auch das der restlichen Gäste. Schließlich dreht sich beim Weinsenat alles um die Erforschung und Verbreitung des Weins. In Weinseminaren lernen die Mitglieder des Weinsenats immer wieder Neues über Wein im Allgemeinen und vor allem auch über Binger Wein. So lernt man dabei zum Beispiel, dass die Stadt durch ihre vier Weinanbaugebiete eine Sonderstellung als Weingegend innehat. Neben dem Weinsenat, Vertretern aus der Lokalpolitik und den Weinmajestäten aus Bingen und Umgebung, wurde die M.S. Rhenus am Samstag unter anderem auch mit dem ehemaligen Ehrensenator Frank Schätzing und seinem neuen Nachfolger Denis Scheck beehrt. Mit Frank Schätzing hatte sich der Weinsenat im letzten Jahr einen Schriftsteller ins Boot geholt. Denis Scheck, den der Weinsenat dieses Jahr zum Ehrensenator ernannt hat, ist Literaturkritiker in Funk und Fernsehen. Seit 1981 ehrt der Große Senat ausgewählte Persönlichkeiten, die sich „um den Deutschen Wein verdient gemacht“ haben. Denis Scheck hingegen erklärt sich diese Würde scherzhaft zum Teil so, dass er mit 53 Jahren ja auch das passende Alter für einen Senator habe. Frank Schätzing, der beim Senatsfest die Laudatio auf ihn hielt, amüsierte sich nämlich mit einem Augenzwinkern darüber, dass das Wort „Senator“, dass von dem lateinischen Wort „senex“ komme und Greis bedeute, bereits einiges über die Auswahl der Geehrten verraten müsse. Den Juniorweinsenat, bei dem auch weininteressierte Binger unter 40 Jahren eintreten können, hat er dabei allerdings wohl außer Acht gelassen.

Während das Schiff sich – anders als sonst – seinen Weg flussabwärts durch das flache Wasser des Mittelrheintals bahnte, sorgte das Programm des Fests für abwechslungsreiche Unterhaltung: Zwischen den Reden über den Ehrensenator, den Binger Wein und seine Gemeinsamkeiten mit Literatur im Allgemeinen, rundeten die Tanzgruppe „Wilde 13“ des TuS Bingen-Büdesheim und die Band Couch & Cocktail den späten Nachmittag ab. Weinsenats-Konsul Gert Reis betonte, dass es zwar einen nicht zu leugnenden Unterschied zwischen der Wirkung von Wein und der Wirkung von Literatur gebe, dass aber die Gemeinsamkeiten – wie das Aufhellen der Stimmung und das Zusammenbringen von Menschen – doch überwiegen würden. Der Unterschied, über den der Konsul sprach, sei übrigens der, dass der Wortschatz durch Literatur verbessert würde, durch den Einfluss von Wein allerdings eher verschlechtert.

Die Reden behandelten außerdem unter anderem die diesjährige Weinlese, bei der uns Bingern, laut Winzer und Weinsenats-Prokonsul Jörg Krick, das sonnige Wetter eine hohe Quantität an sehr gutem Wein beschert habe. Frank Schätzing schien beim Thema Binger Wein erst einmal etwas durcheinander gebracht zu haben. Er verwirrte die Anwesenden mit der Aussage, jeder Binger Wein sei ein Cuvée, fügte dann allerdings mit einem Lächeln hinzu: „…da jeder Binger Wein mit Herzblut verschnitten wird“. Und für den Fall, dass der Wein doch mal schlechter ausfalle, hatte der frischgebackene Ehrensenator Denis Scheck nach der Insignien-Übergabe direkt eine „zukunftsweisende Idee“: Da der Geruchs- und Geschmackssinn in 10.000 Meter Höhe deutlich nachlasse, sollte man den schlechtgeratenen Wein doch am besten – wie Tomatensaft, den dort plötzlich auch jeder trinke – einfach im Flugzeug servieren.

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