Binger Messe
vom 29. April bis 1. Mai

Minister Göhe macht keine Aussage zur Geburtshilfe

Die Elterninitiative für den Erhalt der Geburtshilfe im HGH übergab Minister Gröhe die Unterschriftenliste. Foto: Edgar Daudistel

Elterninitiative nutzte Besuch des Gesundheitsministers um auf das Problem aufmerksam zu machen.

Bingen (dd). Mit Kieselsteinen gefüllte Eimer symbolisierten die Anzahl der Unterschriften zum Erhalt der Geburtshilfe am Heilig-Geist-Krankenhaus (HGH). Rund 3.000 Eltern hatten bei einer Demo einige Tage zuvor eine Petition unterschrieben. Die Elterninitiative für den Erhalt der Geburtshilfe nutzte den Besuch von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zur Übergabe des Gesuchs. Der Besuch des Ministers sei so zwar nicht geplant gewesen, meinte die CDU-Bundestagsabgeordnete Ursula Groden-Kranich. Denn bereits Wochen zuvor hatte Gröhe den Wunsch geäußert, das HGH zu besuchen. Nun hat die Aktualität ihn eingeholt.

Mitinitiatorin Kerstin Woog-Wenglein und einige Mitstreiterinnen nutzten die Gelegenheit, das Problem der Geburtshilfe bundesweit bekannt zu machen. Die Kieselsteine stünden auch für den Wunsch einer wohnortnahe Versorgung bei der Geburt. Überall herrsche, so die Wahrnehmung der Elterninitiative, akuter Personalmangel. Besonders in Bingen sei dies zu spüren, da sich kein Geburtshelfer finden lasse. „Der Trend war lange klar, doch wurde von Seiten der Politik nichts unternommen“, so Woog-Wenglein. Den Müttern solle auch in Zukunft weite Wege in große Zentren erspart bleiben. Qualität vor Ort müsse erhalten werden. Es sei ein strukturelles Problem, das zu Lasten der Familien gehe und das der Minister mit zu verantworten habe. Sie appellierte, dafür zu sorgen, dass auch in Zukunft eine wohnortnahe Betreuung sichergestellt ist.

Das wichtigste ist eine gute und sichere Geburt für Mutter und Kind, zeigte Minister Gröhe Verständnis für die Wünsche der Eltern. „Die Postleitzahl in der Geburtsurkunde ist das Eine, aber die bestmögliche Geburt für das Kind das Sicherste“, so Gröhe. Er warnte auch davor, große Krankenhäuser als Fabrik zu sehen. Überall würden sich herausragende Ärzte mit ganzer Kraft für das Wohl der Patienten einsetzen. Er hob das gute Gesundheitswesen in der Bundesrepublik hervor, machte aber keine Aussage über die Zukunft der Geburtshilfe. Genauso wie die designierte Landrätin Dorothea Schäfer hofft auch der Minister, dass das Gespräch mit der Kassenärztlichen Vereinigung zu einem guten Ergebnis führt.

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