Miss Kreppel tanzt beim Männerballett

Miss Kreppel wurde Ina Schön aus Warmsroth (3.v.l.). 2. Platz: Heike Lemm aus Büdesheim (li.). 3. Platz: Heidi Kirsten aus Bingen (5 v.l.). 4. Platz: Eva Rüschoff aus Bingen (6. v l.). Aufgabenstellung war: Ein Teil mittanzen beim Männerballett. Foto: Monika Jungerts

Die Schwarze Elf hatte am Sonntag wieder „nur für Damen“ geladen

Bingen (bs). „Zuckertäubchen, Sahnehäubchen“ – wenn ein Mann so viel Süßholz raspelt, dann geht es ihm gut: Wolfgang Heinz, der Sitzungspräsident der Schwarzen Elf, zeigte sich schon bei der Begrüßung der Damen beim Kreppelkaffee gut aufgelegt.

Nach dem Verlust des langjährigen Sekretärs Johannes Tonollo, wurde die Stelle mit Denis Fischer neu besetzt. Als Eisbrecher war er zuständig für das Protokoll und löste diese Aufgabe mit Bravour. Auszug gefällig aus seinem Blick auf Bingen: „Ein Hotelkoloss, ja muss das sein. Allein der Name „Papa Rhein!“ Auch die Schließung der Binger Geburtenstation im Krankenhaus blieb nicht unkommentiert. „Jetzt haben die Eltern die Wahl: Bringen sei ein Gässje oder einen Schwellkopp auf die Welt?“ Ein gelungener Einstand und würdiger Nachfolger. Die ersten Programmpunkte hat die Schwarze Elf beim Kreppelkaffee für den Nachwuchs reserviert und so verzückten die süßen „Eulengeister“ als Cowboys die Damen, die Nachwuchsgarde legte einen schmissigen Tanz aufs Parkett und Sonja Führer bekannte sich als „Nachwuchshexe“ zu manchem fehlerhaften Zauberspruch, der seine Spuren in der Stadt hinterließ. Auch beim nächsten Beitrag ging es um Nachwuchs. Fastnachtsurgestein (darf man das schon sagen?) Marc Hoffmann stieg als junger Vater in die Bütt und berichtete von seinem „Projekt Johanna“ – von der Empfängnis („das Machen hat viel Spaß gemacht“) bis zum ersten Windelwechsel („Puah, … aber eindeutig meine Tochter“). Ja, Johanna, so hat der Papa schon für frühe Berühmtheit gesorgt. Und wir wissen auch, dass Du als Junge einen einzigartigen Namen bekommen hättest: Herbert. Vom Herbert ging es zum Frank, Frank Sinatra nämlich. Die Melodie zu seinem Gassenhauer „My Way“ untermalte den Beitrag von Benimmtrainer „Pfarrer Choquet“ – die Damen waren begeistert. Sie sangen und schunkelten mit und wissen nun auch, dass man gegen Falten kräftig von Innen drücken muss und das Binger 7-Gänge-Menü aus einem Stück „Fleeschworscht und sechs Halwe“ besteht. Und um die Halbe ordentlich zu präsentieren, dazu braucht Bingen das Prinzess Schwätzerchen – oder einen Prinzen Dummschwätzer. Dass die nicht so leicht zu finden sind, das bewies die vergebliche Suche der Stadt im vergangenen Jahr. Der Sketch der Schwarzen-Elf-Aktiven griff die Misere auf und suchte nach „Bingen’s next Top Majestät“. Am Ende siegte Madame Propper, die Putzfee der Castingshow.

Nicht Casting, sondern Kasper, das war das Motto des bunten Schachtelballetts, das mit fröhlichen Kostümen zu toller Musik die Stimmung richtig anheizte. Den Abschluss der ersten Hälfte machte der Begge Peder. Er sei gerne gekommen, „Mei Fraa hat silberne Hochzeit und bei so was bin ich nicht gerne dabei“. Er erinnerte sich noch zu gut an das Fiasko, als er mit seiner Gattin – noch nicht sehr lange her – bei sehr feinen Pinkeln eingeladen war. Das Publikum folgte ihm von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen bis ins Chaos, ehe ihn seine Frau schweigend wieder nach Hause fuhr. „Nachts fährt meine Frau klasse!“ Ein grandioser Auftritt dieses Komödianten mit dem großen Herz. Peter Beck hat in den letzten Jahren 320.000 Euro an Spenden für die Kinderkrebsklinik in Mainz gesammelt. Die zweite Hälfte wurde mit dem zackigen Tanz der schicken Garde eingeläutet. Annelie Ober, die schon beim Schachtelballet mitgetanzt hatte, hatte als Hebamme die Gunst der närrischen Frauen im Publikum auf ihrer Seite.

Allein das Männerballett kann da noch mehr begeistern, in diesem Jahr hatte es sich dem Motto „Ballermannparty“ verschrieben. Doch das sollte nicht die letzte Aufgabe der Männer sein. Denn es folgte die Wahl der Miss Kreppel und die Kandidatinnen mussten sich als Mittänzerinnen ihre Punkte verdienen: Neue Miss Kreppel 2018 ist Ina Schön aus Warmsroth. Und während die Gewinnerinnen bei Kreppel und dem üppigen Gewinn – 150, 100 und 50 Euro (übrigens, immer gesponsert von Ihrer Neuen Binger Zeitung) – zuwenden konnten, da wurde auf der Bühne übers Abnehmen gesprochen. Beim Zwiegespräch von Rita Fischer und Elfie Peters erkannte sich wohl die eine und die andere Dame im Publikum wieder. Große Meisterklasse ist unstreitbar der Vortrag des Sitzungspräsidenten und Vorzeigefastnachter Wolfang Heinz. Als Klapperstorch hat er die Frauen regelrecht verzaubert. Wolfgang Peters war der letzte Akt dieser wunderbaren Sitzung. „Als Liedchessänger vom Rhein-Nahe-Eck“ heizte er nochmal kräftig den Damen im Saal ein, so dass alle klatschend im Saal standen, als zum Finale alle Aktiven noch einmal auf die Bühne kamen.

 

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