Mobilität ist ein Menschenrecht

Zahlreich Menschen hatten sich vor dem Hauptbahnhof versammelt um für Barrierefreiheit zu demonstrieren. Foto: E. Daudistel

Demo am Hauptbahnhof mit scharfer Kritik an der Bahn

Bingen (dd). Rund 70 Personen waren dem Aufruf des Behindertenbeirats gefolgt, um am Binger Hauptbahnhof für Barrierefreiheit auf den Bahnsteigen zu demonstrieren. Nur unter erschwerten Bedingungen können Personen mit und ohne Behinderung zu den Zügen kommen. Die Redner appellierten an die Verantwortlichen der Bahn, dem Missstand ein Ende zu bereiten. Ab dem Jahre 2024 würden Mittel zur Umgestaltung zu Verfügung stehen, habe die Bahn mitgeteilt. „Unangenehme Dinge gibt die Bahn gerne ab“, erinnerte Beiratsvorsitzender Gerhard Hemicker an die Toilettenanlage, die von der Stadt übernommen wurde. „Die Bahn gehört zu neunzig Prozent dem Steuerzahler“, sagte Oberbürgermeister Thomas Feser. „Sie sträubt sich aber, wichtige Forderungen wie Lärmschutz und Barrierefreiheit umzusetzen.“ Der Binger Hauptbahnhof sei ein wichtiger europäischer Knotenpunkt, verbinde Städte wie Saarbrücken und Paris.

Hart ins Gericht mit der Bahn ging auch Kreisbeigeordneter Adam Schmitt: „Vor acht Jahren wurde im Kreis ein Aktionsplan für Behinderte verabschiedet. Kreis und Kommunen halten sich daran. Nur die Bahn brät eine Extrawurst.“ CDU-Bundestagsabgeordnete Ursula Groden-Kranich sicherte Gespräche mit der Bahn und den politisch Verantwortlichen zu. Der zuständige Staatssekretär solle sich vor Ort ein Bild von dem Übel machen. Kreisbeigeordnete Ursula Hartmann-Graham erinnerte an die UN-Menschenrechtecharta. Anrufe bei der Bahn um Hilfe beim Einsteigen, und das 24 Stunden vor Abfahrt des Zuges, seien diskriminierend. Auch die Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (Grüne) sicherte in einem Schreiben, das Roland Böse verlas, Hilfe in Berlin zu. Landesbehindertenbeauftragter Matthias Rösch und der stellvertretender Kreisvorsitzende der FDP, Michael Schwarz, forderten die Bahn auf, endlich zu handeln: “Mobilität ist ein Menschenrecht.“ Moderiert wurde die Veranstaltung von Stadtratsmitglied Peter Eich, der zu Beginn an die vom Stadtrat verabschiedete Resolution erinnerte.

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