Orgel in der Rochuskapelle wird restauriert

Mit einem Kran in der Rochuskapelle werden die Teile durch ein Fester nach unten transportiert. Foto: Edgar Daudistel

Komplett demontiert wird die Schimbachorgel. Die Holzteile sind vom Holzwurm befallen. Foto: E. Daudistel

Kran in der Kirche, um demontierte Orgelteile zu transportieren

Bingen (dd). Die Orgel in der St. Rochuskapelle ist in die Jahre gekommen und benötigt nun eine Sanierung. Seit 124 Jahren versieht die Schlimbachorgel ihren Dienst. „Mir ist nicht bekannt, dass jemals was daran erneuert oder renoviert wurde“, erinnert sich Reiner Lotz von der St. Rochusbruderschaft. So nagte all die Jahre der Zahn der Zeit an der Orgel, die mit der Einweihung der Rochuskapelle in einen kleinen Raum im ersten Stock, der Orgelkammer, installiert wurde. Dort war sie Temperaturschwankungen ausgesetzt. Die Pfeifen konnten nicht mehr richtig gestimmt werden, Teile des Registers fehlen und der Holzwurm hat sein übriges getan.

Nun hat ein Fachmann, Orgelbauer Rainer Müller aus Merxheim, sich der Königin der Instrumente angenommen, um sie zu restaurieren, damit sie wieder mit der vollen Kraft der Töne an den Gottesdiensten erklingen kann. Dafür wird das Instrument komplett in seine Einzelteile zerlegt. Rund 1.200 Pfeifen werden einzeln eingepackt, das Holzgestell und Orgelmanual in die Einzelteile zerlegt. Nur, so einfach ist der Abtransport aus der Orgelkammer nicht. Dorthin führt nur eine schmale und steile Wendeltreppe, über die die Teile nicht abtransportiert werden können. Dafür steht nun im Kirchenraum ein Kran. Der übernimmt den Abtransport der demontierten Orgel.

„Die Pfeifen befinden sich in einem desolaten Zustand, sind zum Teil verbogen. Die Spielmechanik ist deformiert“, zeigt der Fachmann auf, was zu machen ist. Auch sei der Lederbalg nicht mehr dicht, es gehe beim Spielen Luft verloren. „Normalerweise solle alle 20 Jahre eine Orgel gereinigt und vom Staub befreit werden“, so Müller. Zu Beginn wurde der Orgelbalg mit dem Fuß getreten, damit Luft einströmt. Als die Elektrifizierung kam, wurde ein Motor für das Gebläse an die Wand gehängt, der dann die Luft von außen ansaugte. Damit war das Instrument vermehr den Temperaturschwankungen ausgesetzt. Das soll nun der Vergangenheit angehören: „Wir werden die Luft aus der Kirche ansaugen, damit sie immer die gleiche Temperatur hat.“ Für den Orgelfachmann ist die Restaurierung kein Problem, wie er versicherte. Er habe schon viel schlimmere Fälle wieder zum Erklingen gebracht. Ein Ziel gibt es auch, bis wann die Schlimbachorgel wieder auf ihrem angestammten Platz stehen soll. Erklingen soll sie an der Rochuswallfahrt am 16. August 2020, zum 125-jährigen Jubiläum der Schlimbachorgel.

Natürlich ist eine solche Restaurierung nicht für lau zu bekommen. Genau 162.500 Euro kostet sie. 70.000 Euro kommen von Bund, Land und Kreis. Vor zwei Jahren rief die Rochusbruderschaft zu einer Spendenaktion auf. Und die Binger spendeten. „Ich bin gerührt von der Spendenbereitschaft. Es wurden auf Geschenke zu Geburtstagen verzichten“, dankt der Brudermeister Reiner Lotz den zahlreichen Geldgebern. Weitere Spenden sind willkommen.

Spendenkonto: Sparkasse Rhein-Nahe, IBAN DE 235605 0180 0010 149300, BIC: MALALDE51KRE.

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