Therapeutisches Videospielen in Pflegeheimen

Dunja Kleis (l.), Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Steve Klapschuweit (2.v.r.) und Diakon Michael Stahl präsentieren die MemoreBox. Foto: Jens Fink, Barmer

Wissenschaftliche Studie erreicht Rheinland-Pfalz

Bad Kreuznach (red). In Rheinland-Pfalz wird ab sofort getestet, wie die geistigen und körperlichen Fähigkeiten von Pflegeheimbewohnern durch den Einsatz der therapeutischen Spielkonsole „MemoreBox“ verbessert werden können. Auftakt der Testphase war im Elisabeth Jaeger-Haus. Initiiert wurde das Projekt von der BARMER und dem Spieleentwickler RetroBrain aus Hamburg. Projektschirmherrin in Rheinland-Pfalz ist die rheinland-pfälzische Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Wissenschaftlich begleitet wird der Test von der Charité Universitätsmedizin Berlin, der Humboldt-Universität Berlin und der Alice Salomon Hochschule Berlin.

Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland, sagte: „Die MemoreBox ist keine handelsübliche Spielkonsole. Sie ist ein computergesteuertes Bewegungsspiel mit therapeutisch abgestimmten Übungen für ältere Menschen.“ Die Spiele würden therapeutische, präventive und rehabilitative Elemente integrieren, die unter anderem aus Erkenntnissen der Geriatrie, der Neuropsychologie sowie der Physio- und Musiktherapie entwickelt wurden. Ministerin Bätzing-Lichtenthäler ergänzte: „Die Memore Box hat zum Ziel, Bewohnerinnen und Bewohner spielerisch in Bewegung und in Kommunikation zu bringen, um damit ihre Fähigkeiten in Bezug auf Kognition, Standfestigkeit und Kommunikation wie auch Interaktion zu erhalten, zu stabilisieren und möglicherweise gar zu verbessern. Das eröffnet den pflegebedürftigen Menschen eine höhere Lebensqualität und stärkt die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“

„Die Videospiele lassen sich mit leichten Körperbewegungen im Sitzen und Stehen steuern“, erklärte RetroBrain-Mitarbeiter Stev Klapschuweit, Die MemoreBox sei von erfahrenen Experten aus Wissenschaft, pflegerischer Praxis und Spieleentwicklung konzipiert worden, um den Pflegealltag zu bereichern und zeichne sich durch besonders einfache und verständliche Spielabläufe sowie positive Spielerlebnisse aus. Die Spielkonsole könne Auswirkungen altersbedingter Erkrankungen wie Demenz und Parkinson verringern, das Risiko von Stürzen mindern und durch gemeinsame Aktivitäten die Inklusion in Seniorenheimen fördern.

Der Leiter des Elisabeth Jaeger-Hauses, Diakon Michael Stahl, betonte: „Wichtig ist uns neben einer guten Pflege eine ansprechende und abwechslungsreiche soziale Betreuung unserer Heimbewohner. Während es für Menschen mit demenziellen Erkrankungen interessante Angebote gibt, wollen wir uns mithilfe der MemoreBox den Menschen mit weniger starken Einschränkungen zuwenden.“

Pro Heim werden zwei Gruppen zu je fünf Spielern gebildet. Eine Gruppe spielt drei Stunden pro Woche mit der MemoreBox, die andere bildet eine Kontrollgruppe, die nicht spielt. In regelmäßigen Abständen wird über die Begleitforschung erfasst, wie sich die körperliche und geistige Verfassung der teilnehmenden Pflegeheimbewohner verändert. Die Pflegeheimbewohner können unabhängig von ihrer Kassenzugehörigkeit teilnehmen. Das Projekt hat in Rheinland-Pfalz eine Laufzeit von einem Jahr.

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