Villa Sachsen war Weingut

Die Villa Sachsen am Tag des offenen Denkmals. Foto: fle

Veranstaltungsort für Konzerte, Vorträge, Ausstellungen und Seminare

Bingen (fle). „Wessen ist das schöne Landhaus mit dem Thurme dort, das aus der Ferne sich anschaut wie ein weißer Schwan, der sich am Ufer im Grünen niederlegte?“. So beschrieb schon 1869 der Schwarzwälder Dichter Berthold Auerbach die am Fuße des Rochusberges, am östlichen Stadtende von Bingen inmitten von Weinbergen und einer außergewöhnlich schönen Parkanlage gelegene Villa Sachsen. Am Tag des offenen Denkmals hatte man wiederum die Gelegenheit, dieses imposante Bauwerk zu bewundern.

Bei den angebotenen Führungen konnte man sich einen Überblick über das historische Gebäude und die Parkanlagen verschaffen und sogar den Weinkeller mit der „Schatzkammer“ besichtigen.  Die Ausstellung „Die Villa Sachsen im Wandel der Zeit“ gab einen historischen Abriss über die wechselvolle Historie der Anlage. Im Kontext zu Binger und weltpolitischen Ereignissen wird dort die Geschichte der Villa Sachsen von ihrer Errichtung im Jahre 1843 durch Edmund Carl von Bühler zu Hohenstein bis heute erzählt. Vielfach hat die Villa in diesen 176 Jahren sowohl ihre Eigentümer als auch ihren Namen gewechselt. 1898 erhielt sie vom königlich-sächsischen Kommerzienrat Ernst Mey, der aus Leipzig stammte, den Namen „Villa Sachsen“. 1920 wurde sie von Kurt Berger zu einem großen Weingut umgebaut, das mit zeitweise hundert Beschäftigten als größtes linksrheinisches Privatweingut galt. Die Villa diente 1944 als Notunterkunft des teilweise zerstörten Binger Krankenhauses, von 1952 bis 1958 als Hotel mit „einer der schönsten Terrassen am Mittelrhein“. 1963 erwarb die Allgäuer Alpenmilch AG die Villa und betrieb dort das Weingut St. Ursula. Ein wichtiges Jahr für das historische Gebäude war 1994. Die buddhistische Religionsgemeinschaft Soka Gakkai International-Deutschland (SGI-D) kaufte sie.  Bis 1997 wurde das Anwesen unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten restauriert. Bei den Arbeiten wurde sehr darauf geachtet, die ursprüngliche Schönheit des Gebäudes und der dazugehörenden Parklandschaft wiederherzustellen unter Verwendung noch vorhandener Bauteile. Am 3. Mai 1997 wurde dann das SGI-D-Kulturzentrum eröffnet. Es wird seit dieser Zeit als Ort der buddhistischen Ausübung genutzt und dient als kultureller Veranstaltungsort für Konzerte, Vorträge, Ausstellungen und Seminare.

Neben den Führungen präsentierten die sehr freundlichen Mitarbeiter von SGI-D ein interessantes Programm für Groß und Klein. Gut besuchte Vorträge zu den Themen „Das gute Leben“ und „Ich habe einen Traum“, musikalische Darbietungen mit klassischen Konzerten des SGI-D-Orchesters und HeJoe am Akkorden, Tanzvorführungen der Performance-Künstler „Dance of he Mystic Law“ und Kinderunterhaltung mit Origami, Schminken, Luftballontieren, Erzähl-Papier-Theater und Schatzsuche warteten auf die Gäste. Mit deutschen Schwenkbraten und Bratwürsten, italienischer Pizza, thailändischen Frühlingsrollen und japanischem Sushi war auch bestens für das leibliche Wohl der internationalen Gäste gesorgt. Sogar ein japanisches Fernsehteam war anwesend und wird über die Villa Sachsen in Fern-Ost berichten.

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