Wald ist das Frühwarnsystem für Klimaschutz

Umweltstaatssekretär Thomas Griese bei der Übergabe der Urkunden an 45 junge Wald-Klimabotschafter. Foto: E. Daudistel

Wald-Klimabotschafter machen auf den Klimawandel aufmerksam / Schulen sind angesprochen

Bingen (dd). „Es ist längst fünf vor zwölf“, so Axel Henke, Leiter des Forstamtes Boppard und Waldbau-Dozent an der TH, bei der Übergabe der Urkunden an 45 Wald-Klimabotschafter. Der Klimawandel hinterlasse deutliche Spuren, die zuerst in den Wäldern sichtbar werde. „Der Wald ist in dieser Hinsicht ein feinfühliges Frühwarnsystem. Und an den Rheinhängen ganz besonders“, erinnert der Förster daran, dass die globale Temperatur der Erde ansteige. In Rheinland-Pfalz um 1,6 Grad. Um die Bevölkerung zum Klimawandel zu sensibilisieren kam er bei einer Fridays for Future Demo auf die Idee, die Studenten an der TH im Bereich Umwelt- und Klimaschutz zu Multiplikatoren auszubilden.

„Die jungen Wald-Klimabotschafter haben sich ihr Wissen über den Klimawandel direkt im Wald angeeignet und werden es an Schüler im Land weitergeben“, sagte Umweltstaatssekretär Thomas Griese bei der feierlichen Überreichung der Urkunden im Binger Wald und bedankte sich bei den Studenten für ihr Engagement. Es sei eine große Chance, wenn junge Menschen als Multiplikatoren für den Klimaschutz in Schulen aktiv würden. Der Klimaschutz sei die größte Herausforderung der Menschheit, so der Staatssekretär, und sei auch hier am Rhein angekommen. Er erinnerte an das Niedrigwasser und die dadurch entstandenen erheblichen Kosten für z.B. die BASF. Aber auch die Schäden an den Bäumen durch den Borkenkäfer seien auf die ansteigenden Temperaturen zurückzuführen. Die Population habe sich im vergangen Jahr verdreifacht.

Das Klimaproblem werde Bingen, der größter kommunaler Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz mit 2.100 Hektar ist, nicht alleine lösen können. „Doch wir können Vorreiter sein“, so Bürgermeister Ulrich Mönch, und wies auf die naturnahe Waldbewirtschaftung im Binger Wald hin. An der TH werde das Thema weiter vorangetrieben, sagte die Vizepräsidentin Prof. Dr. Monika Oswald. „Der Schwerpunkt wird an der Hochschule auf Klima und Energie gelegt.“

Ziel der Wald-Klimabotschafter sei es, durch Exkursionen direkt im Wald die Probleme erlebbar zu machen. Nicht im klassischen Unterricht, sondern direkt vor Ort solle auf den gefährdenden Wald hingewiesen werden, sagt Henke im Gespräch mit der Neuen Binger Zeitung. Man habe bereits zahlreiche Schulen ab der neunten Klasse angeschrieben. Nun hoffe man auf zahlreiche Rückmeldungen. Kontakt können neben den Schulen auch interessierte Bürger unter E-Mail waldklimabotschafter--at--web.de aufnehmen.

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