Ziel: Neue Mainzer Synagoge

Die Teilnehmer der Fahrt nach Mainz wurden vor der neuen Mainzer Synagoge und damit zugleich vor den Resten der alten zerstörten Mainzer Synagoge von Dr. Johannes Gerster begrüßt. Foto: privat

Gemeinsame Fahrt von Historischer Gesellschaft und AKJB

Bingen (red). Mit insgesamt 50 Teilnehmern war nicht nur der Bus bis zum letzten Platz besetzt sondern in dieser Anzahl zeigte sich erneut das Interesse am Besuch der neuen Mainzer Synagoge. Die Fahrt ging zurück auf das Angebot von Dr. Johannes Gerster gegenüber dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Jüdisches Bingen (AKJB), Hermann-Josef Gundlach, eine Führung für Binger durchzuführen. Wie schon des Öfteren kam es auch dieses Mal zu einer Kooperationsveranstaltung mit der Historischen Gesellschaft Bingen. Die Fahrtteilnehmer wurden vor der neuen Synagoge und den Resten der alten Mainzer Synagoge von Dr. Gerster empfangen. Er wies darauf hin, dass Mainz eine der ältesten jüdischen Gemeinden in Europa ist  und im Mittelalter das Zentrum jüdischer Lehre und Religion war, was auf den großen Rabbiner Gerschom Ben Judah (960 bis 1040) zurückzuführen ist. Die Silhouette des neuen modernen Gebäudes zeichnet das hebräische Wort Keduscha nach, was Heiligkeit bedeutet. Keduscha ist ebenso der Name eines der wichtigen Gebete  des Gottesdienstes in der Synagoge, das eine Gemeinschaft von mindestens zehn Betern erfordert. Auch die Tür, der Eingang zur Synagoge enthält eine Inschrift die lautet Meor ha –Gola-Bet Knesset – Magenza  (Leuchte des Exils – Haus der Versammlung – Magenza). Mit diesen Informationen im Vorfeld ging es in das Innere des Gebäudes und dort in die eigentliche Synagoge. Sie hat ein hornförmiges Volumen in das genau in der Mitte das Licht hineinfällt, genau dort, von der aus die Thora gelesen wird. Diese Hornform verweist auf das Schofarhorn, das Horn des Widders. Ihre Wände ziert ein beeindruckendes mosaikartiges Relief aus dicht aneinandergereihten hebräischen Buchstaben. Wichtigster Teil der Synagoge sind die Thorarollen, die in einem schrank-ähnlichen Behältnis aufbewahrt werden. Für die Besucher war es ein Glück, dass Dr. Gerster die Berechtigung hat, den sog. Thoraschrein zu öffnen. Insgesamt vier Thorarollen konnten angesehen und bewundert werden. Alle Teilnehmer waren von der Art der Führung und den Erklärungen durch Dr. Gerster begeistert. Es war eine lebhafte, sehr informative und – was dankbar angenommen wurde – teils humorvolle, mit Wortwitz versehene Vermittlung von sehr viel Wissen um das Judentum im Allgemeinen und die Geschichte des Mainzer Judentums.  Mit einem kleinen Geschenk für Dr. Johannes Gerster und der Einladung zu Veranstaltungen aus Anlass des 20jährigen Bestehens des AKJB traten die Binger sehr zufrieden die Heimreise an.

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