Binger Messe
vom 29. April bis 1. Mai

14 Tage später

Romy kann jetzt schon Sitz. Das Gras kitzelt so an den zarten Welpenfüßchen, deshalb kann Romy „Sitz mit Füße hoch“. Foto: privat

Mandel. Sehr geehrte Leser, vor 14 Tagen meldete sich Romy bei uns zum ersten Mal zu Wort. Romy ist ein honigfarbener Labradorwelpe, der seit jetzt drei Wochen bei der Tierpsychologin Isabel Marschall lebt. Zum Rudel gehört noch der neunjährige Labradorrüde Dyos. Wir begleiten Romys erste Monate, um allen, die sich mit dem Gedanken tragen, einen Hund in die Familie aufzunehmen, einen Überblick auf die wichtige Erziehungszeit und die Entwicklung beim jungen Hund zu geben.

Hallo, ich bin’s wieder. Die Romy.

Ich will ja nicht prahlen, aber ich kann mit Stolz sagen, dass ich in den letzten beiden Wochen ganz schön viel gelernt habe. Ich kann jetzt ein ziemlich elegantes „Sitz“, ich höre schon auf die Hundepfeife, dann starte ich einen Trab und komme zu meiner Menschenfreundin. Und im Apportieren bin ich einfach spitze. Macht mir aber auch am meisten Spaß.

Der Hundewelpe, man kann es nicht oft genug betonen, ist auch schon in Romys zartem Alter von zwölf Wochen eine Persönlichkeit, die entdeckt und gefördert werden will. Wenn man Romy mal einen Tag lang nicht fordert, vielleicht weil der Tag so stressig war und man einfach keine Zeit hatte, ist sie unausgelastet und hat nur Blödsinn im Kopf. Sie muss und will erzogen werden.

Romy entwickelt sich gut und kriegt einen immer größeren Überblick über den Alltag ihres neuen Rudels. Ihr sicherer Platz ist nach wie vor der Laufstall (ausgestattet mit Futternapf, Beißspielzeug und Kuscheldecke). Hierhin zieht sie sich zurück, wenn sie müde ist, da kann man sie sogar schon mal eine halbe Stunde alleine lassen. Sie schläft jetzt von 23 bis 6 Uhr durch und ist auch sonst stubenrein, weil sie tagsüber alle eineinhalb Stunden nach draußen gebracht wird.

Im Grunde lernt Romy auf zwei Ebenen. Es gibt das formale Lernen wie Sitz, Platz Fuß und Hier. Und es gibt das soziale Lernen –  die Körpersprache von Menschen und anderen Hunden, wie sieht der Alltag aus, was sind die Umgangsregeln. Also was ist erlaubt und was nicht.

Das Wort „Pfui“ kommt in den letzten Tagen ganz schön oft dran: Schuhe, Handtuch, Mülleimer, Sofadecke, Tischbeine …
alles pfui.“

Gerade bei so süßen Hundewelpen neigt der Mensch dazu, mal den einen oder anderen Quatsch durchgehen zu lassen. Das ist im Moment zwar goldig, könnte aber später zu einem negativen Verhalten werden. Warum? Nun, nehmen Sie als Beispiel das Warten lernen. Welcher Sinn steckt dahinter? Der Welpe lernt, nicht gleich zu jedem Hund hinzurennen. Das könnte nämlich zu einem Problem werden …

Tipp von der Hundepsychologin Isabel Marschall: „Verbinden Sie ‚Pfui‘ nicht mit dem Namen Ihres Hundes. Ich sage nie ‚Pfui, Romy‘, sondern einfach nur klar ‚Pfui‘ – und das muss dann auch Pfui bleiben.“

Hundeerziehung fängt also im Welpenalter an. Soziales Verhalten auch. Der Welpe sollte Kontakte zu anderen Hunden und anderen Rassen haben. Aber nie unbeaufsichtigt. „Die regeln das schon untereinander“, ist einfach zu lässig. Wie würde wohl ein Kindergarten ohne Kindergärtnerin aussehen? Ein Chaos und viele Tränen. Wer sich Grobheiten herausnimmt, muss von vernünftigen Erwachsenen erklärt bekommen, dass das nicht erlaubt ist. Das sollte ein souveräner erwachsener Hund oder auch der Mensch sein.

Welpen sollten deshalb auch mit souveränen, erwachsenen Hunden zusammenkommen. Sie lernen viel über Körpersprache, Blicke, Knurren. Romy und Dyos zum Beispiel verstehen sich jetzt sehr gut. Dyos gibt vor, wann Kontakt erwünscht ist und wie weit Romy an ihn ran darf. Ein Blick genügt und Romy weiß Bescheid.

Dyos hat sich seinen hohen Status souverän erarbeitet, Isabel Marschall hat ihn dabei unterstützt. „Dyos wird bevorzugt behandelt; er ist die Nummer eins, weil er erwachsen ist und Hausrecht hat. Er wird zuerst gefüttert, gebürstet, betont gestreichelt.“

So wird Dyos zum großen Vorbild: Wo er hinläuft, will Romy mit, sein Stock ist toll, wo er schnuppert, ist was los.

Manches macht Romy trotzdem nach ihrem ganz persönlichen Gusto. Essen kaut sie betont langsam, egal ob beim Powerfood wie Banane, Apfel und Karotte oder beim Leckerli. Genießen statt Schlingen. Und wenn Romy trinkt, dann nur im Liegen und mit dem Unterkiefer unterm Wasserspiegel. Das ist nicht unklug, da geht nämlich ganz schön was rein.

Ich bin mir nicht sicher, ob auch mein gymnastisches Geschick in diesem laaaangen Text Erwähnung fand, aber ich kann mit meinen Vorderpfoten sehr gut plantschen und wenn ich beim Rennen aus vollem Lauf stoppe, dann schlage ich zur Freude aller noch einen kreisrunden Purzelbaum zum Abschluss der Vorstellung. Hoffentlich habt Ihr auch so viel Freude am Sport und am Lernen. Haltet die Ohren steif, Eure Romy.

Erster Arztbesuch:

Romy war auch schon beim Arzt, hat die ersten Impfungen hinter sich gebracht und einen Blick in die Ohren und die Zähnchen zugelassen.

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