Binger Messe
vom 29. April bis 1. Mai

Junghunde spielen lassen mit Maß und Ziel

Mit unserer Serie „Hallo, ich bin Romy“ begleiten wir die Kinder- und Jugendjahre der Labradorhündin Romy, die bei der Hundepsychologin Isabel Marschall und dem ausgewachsenen Labrador Dyos lebt. Wir berichten aus ihrem Alltag, fassen zusammen, was und wie sie lernt und hoffen, Sie mit dieser Reihe zu unterhalten und zu informieren. Romy ist jetzt fünfeinhalb Monate alt. Ein Junghund noch, bei dem der Mensch darauf achten muss, dass auch das Spielen mit Maß und Ziel betrieben wird. Sonst werden die Knochen überlastet und der Hund hat sein Leben lang Probleme.

Hallo, ich bin’s wieder, Eure Romy!

Ich habe wieder so viel Neues kennengelernt. Kennt Ihr zum Beispiel die Band ABBA? Wau, sind die gut! Die beruhigen mich sogar, wenn mich meine Isabel mal alleine lassen muss.  Das macht sie nicht oft und auch nicht gerne, aber manchmal muss es dann doch sein. Und dann gibt es einen Kauknochen zwischen die Zähne und ABBA aufs Ohr. Dann ist das Alleinsein kein Problem.

Romy ist jetzt ein typischer Junghund – sie kennt keine Grenzen und will alles ausprobieren, auch Unerlaubtes oder Unaufgefordertes. Die Erziehung muss jetzt auch auf diese Wachstums- und Entwicklungsphase des Hundes abgestimmt sein. Der Junghund ist an sein neues Zuhause gewöhnt und der Mensch, der ihn erzieht, gibt ihm Halt und Selbstvertrauen, zum Beispiel bei der Begegnung mit bellenden Hunden. „Was dann viele leider falsch machen“, sagt die Hundepsychologin Isabel Marschall, „ist, dass sie ihren Hund bedauern und versuchen, zu beruhigen. Dadurch wird der Hund aber verunsichert.“ Klingt logisch, wenn man es sich erst einmal bewusst gemacht hat. Ebenso muss man sich klar machen, dass ein Hund in diesem Alter noch ziemlich weiche Knochen hat, er darf nicht alleine ins Auto springen und übermäßig mit Hunden spielen oder geworfene Bälle fangen. Und der Zahnwechsel ist auch noch nicht komplett vollzogen, so dass manchmal das Diebesgut noch nicht so gut festgehalten werden kann. Diebesgut? Ja, Romy sucht alles zusammen, was nicht niet- und nagelfest ist. Das wichtigste Thema in dieser Zeit ist die Bindung zwischen Mensch und Hund.

Vertrauen: Wie oben bereits beschrieben, gibt der Mensch dem Hund Halt in Situationen, die Eindruck auf ihn machen. Andersherum funktioniert das Vertrauensverhältnis noch nicht. In dieser Entwicklungsphase macht der Junghund noch lange nicht das, was er soll oder lässt das bleiben, was er bleiben lassen sollte. Hier spricht Isabel Marschall allen Junghundbesitzern Mut zu: „Das ist demotivierend, aber völlig normal. Sie brauchen Geduld.“

Vermissen: Wenn der Hund in diesem Alter alleine gelassen wird, dann vermisst er seinen Menschen. Es ist wichtig, dass der Hund auch das Alleinebleiben lernt. Tipp: Den Hund nur alleine lassen, wenn er ausgelastet, also ausgeglichen ist. Musik kann helfen, Romy liebt ABBA. Um dem Hund zu zeigen, dass es normal ist, auch einmal alleine zu bleiben, verläuft die Begrüßung durch den Menschen ruhig und ausgeglichen. Ganz anders Romy: Sie ist aufgeregt und wedelt mit vollem Körpereinsatz.

Körperkontakt: Der Junghund sucht, wie man aus dem vorhergegangenen leicht sehen kann,  den Körperkontakt. Das ist in Ordnung. Der Hund soll nicht aufs Sofa oder den Schoß, aber zu den Füßen zu liegen ist gut. Wichtig: Lassen Sie sich nicht vom Hund kontrollieren. Wenn der Mensch aufsteht, sollte der Hund auch liegen bleiben.

Sie merken: Das Erziehungsniveau wird angehoben, denn der Junghund braucht viel Schlaf, aber in den wachen Phasen braucht er Programm, das ihn auslastet

Wie Ihr wisst, gehe ich natürlich zur Hundeschule. Müsste jetzt so die zweite Klasse sein. Wenn ich mich gut konzentriere und mir nichts Spannendes in die Nase steigt, kann ich schon Folgendes:

• das Abrufen und das Kommen auf den Pfiff mit der Hundepfeife
• Fussgehen an der kurzen Leine
• Begrüßung anderer Mensch-Hund-Teams mit Handschlag. Eine echt anspruchsvolle Übung, aber ich mache das ganz vorzüglich
• Wenn es sein muss, dann kann ich anderen Hunden beim Spielen auch mal zuschauen. Ich soll Abwarten und Geduld lernen. Naja
• Platz = Hinlegen und Liegenbleiben unter Ablenkung
• Apportieren = Zurückbringen von Gegenständen.

Neulich habe ich das, was ich kann im Seniorenheim „Haus St. Josef“ gezeigt. Das sind vielleicht nette Menschen dort! Die waren ganz begeistert von meinen Fähigkeiten.  Da will ich wieder hin – und dafür lasse ich mich dann auch Bürsten und Streicheln und natürlich bekomme ich dort das eine oder andere Leckerchen.

Apropos: Ich wünsche
Euch eine gute Zeit und haltet die Ohren steif!

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