Spielen mit Maß und Ziel

Mit unserer Serie „Hallo, ich bin Romy“ begleiten wir die Kinder- und Jugendjahre der Labradorhündin Romy, die bei der Hundepsychologin Isabel Marschall und dem ausgewachsenen Labrador Dyos lebt. Wir berichten aus ihrem Alltag, fassen zusammen, was und wie sie lernt und hoffen, Sie mit dieser Reihe zu unterhalten und zu informieren. Romy ist jetzt fünfeinhalb Monate alt. Ein Junghund noch, bei dem der Mensch darauf achten muss, dass auch das Spielen mit Maß und Ziel betrieben wird. Sonst werden die Knochen überlastet und der Hund hat sein Leben lang Probleme.

Ich bin nochmal gewachsen, ich wiege jetzt 20 Kilogramm. Schön, gell? Und alle neuen Zähne sind auch schon da. Gut, das bedeutet jetzt, dass zum Ohren säubern und Bürsten auch noch Zähneputzen dazukommt, aber so schlimm ist das gar nicht. Und was ich neu entdeckt habe: ich kann jetzt Rinderohren kauen. Die Kaninchenohren sind halt was für die Kleinen. Sitz und Platz kann ich nun prima, ich weiß gar nicht, warum das meine Isabel immer mit mir wiederholt. Es gibt doch so viel Spannenderes. Nachlaufen mit anderen Hunden. Hausschuhe verstecken, Klopapier abwickeln.

Ja, ein Junghund wie Romy mit ihren fast sieben Monaten ist ein echter Wildfang. Das Training wird zur Arbeit, gerade jetzt, wo es darum geht, nicht unbedingt etwas Neues beizubringen, sondern das Bisherige beizubehalten. Romy wird viel mehr von der Umwelt angesprochen, findet andere Hunde viel wichtiger als das schnöde Sitz und Platz. Hier ist Konsequenz und vor allem vorausschauendes Denken und Handeln gefragt.

Neulich war ich mit einer ganzen Meute von unserer Hundeschule in der Stadt. Eine ganze halbe Stunde lang! Puh. So viele Menschen, große, kleine, in Kinderwagen, an Rolllatoren, so viele Gerüche und was da alles auf dem Boden liegt! Und der Lärm… Baustelle, Kirchenglocke, Martinshorn. Aber ich war tapfer. Ich hatte ja auch meine starke Isabel an der Seite.

Einen ganz wichtigen Teil für den stabilen Charakter eines Hundes macht der Mensch aus. Der Hund muss wissen, dass er sich auf seinen Menschen verlassen kann, dass dieser sein Fels in der Brandung ist. Wo er ist, kann dem Hund nichts passieren. Und das weiß Romy ganz genau.

Nun muss auch der Jagdtrieb unter Kontrolle gehalten werden. Ab dem 6. Monat haben die Halbstarken schon einen gefestigteren Charakter. Sie trauen  sich nun, alleine durchzustarten und das laufende Wild zu verfolgen, also zu jagen. Das Verfolgen ist für den Hund als Spaß zu vergleichen mit schnellem Ski- oder Motorradfahren bei uns Menschen. Er muss das Wild gar nicht bekommen, denn Adrenalin und weitere Hormone lassen ihn fühlen, wie toll und stark er doch nun ist. Er belohnt sich somit selbst!

Was also tun? 1. Den Hund mit der langen Leine und Brustgeschirr absichern und die Anzeichen vom unerwünschten Jagdverhalten sofort unterbrechen. 2. Der Hund wird nur für gezieltes Spiel mit anderen Hunden oder für die Beschäftigung und Spiel mit dem Besitzer abgeleint. Hier bietet sich vor allem das Apportieren mit Dummies ( = 250g gefüllte und wasserdichte Säckchen) an. Der Hund ist beschäftigt, er muss sich konzentrieren und auf den Besitzer achten. Dieser bestimmt, wann, ob und was „gejagt“ wird. Er gibt die Regeln vor. Und da diese anspruchsvoll sind, hat der Hund große Lust sich dem Besitzer anzuschließen.

Vielleicht wollt Ihr noch wissen, wie sich das mit meinen Schlafenszeiten entwickelt hat. Ein junger Hund muss ja viel schlafen. Tagsüber ruhe ich nah bei meinem Menschen, das finde ich super. Aber für die Nacht gehe sich so ab 23 Uhr in meinen offenen Laufstall, dann rolle ich mich zusammen und schlafe wie ein Stein, damit ich fit bin für einen neuen Tag mit Spielen, und Lernen. Da gibt es übrigens immer weniger Leckerchen, vielleicht gehe ich mich mal beschweren.

Für heute sage ich Euch Tschüs, haltet die Ohren steif und bis demnächst,

Eure Romy

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